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Walter direkt: Im Ernstfall auf Kosten der Bundesbank

In solchen Krisenzeiten fährt man auf allzu kurze Sicht. Aber dabei darf man eines nicht vergessen: Nach der Schuldenkrise muss das Target-System der Europäischen Zentralbank nachhaltig reformiert werden.

Herbert Walter
Herbert Walter – Walter Direkt. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Leser meiner Kolumne in der vorigen Woche über die Target-Finanzierungen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben Fragen gestellt, die ich gern beantworten will.

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Mehrfach wurde gefragt, ob diese Target-Kredite zu den anderen Hilfsmaßnahmen für die überschuldeten Euroländer hinzugerechnet werden müssten , und was das für Deutschland bedeuten würde. 

Grundsätzlich ist richtig, dass diese Aufwendungen im Ernstfall hinzu gerechnet werden müssen. Aber da muss man differenzieren. Momentan stehen knapp 500 Milliarden Euro Target-Forderungen in den Büchern der Deutschen Bundesbank und die Target-Verbindlichkeiten in den Büchern der nationalen Notenbanken der so genannten GIIPS-Staaten (Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien).

Fällt ein Kredit aus, verwertet die Europäische Zentralbank zunächst die bei der Notenbank des Schuldnerstaates dafür hinterlegten Sicherheiten, zum Beispiel Staatsanleihen. Wird dadurch die Schuld nicht vollständig getilgt, tragen die nationalen Notenbanken den Verlust entsprechend ihrer Anteile am Kapital der EZB. Deutschland wäre dann mit etwas mehr als 27 Prozent beteiligt.

Bei einem Bankrott eines einzelnen Eurostaates wäre es im Prinzip ebenso. Die Target-Schulden abzüglich der verwerteten Sicherheiten mal 0,27 wären der Aufwand für Deutschland bei der „Verarbeitung“ des Staatsbankrotts eines Eurolandes. Bräche jedoch die gesamte Eurozone auseinander, bliebe Deutschland auf seinem 500 Milliarden-Euro-Paket abzüglich der verwerteten Sicherheiten sitzen, schlicht und einfach, weil die EZB-Regeln dann nicht mehr gelten.

  • 28.12.2011, 23:35 UhrMary

    Nein, Alfons01; zu 50%.

  • 28.12.2011, 20:17 UhrAnonymer Benutzer: Alfons01

    Alles schöne Worte, aber es geht auch wesentlich kürzer:
    Was momentan geschieht ist schlicht und einfach der Ausverkauf Deutschlands mit der Notenpresse.
    Alle Forderungen aus den Target-Krediten sind uneinbringlich und eine Änderung der Statuten der EZB wird unter dem brüllenden Gelächter unserer südlichen Freunde und Irland untergehen.

  • 27.12.2011, 23:38 UhrMary

    Der Präsident des Direktoriums flutet italienische und spanische Unternehmen damit diese im Ausland investieren können. Freiheit ohne Gerechtigkeit ist Willkür:Innen wird Deutschland von der Zauderliesel Herrn Streuble und den Bubis in die Zange genommen außen von der ECB. Da ist der Hase schneller als der Igel, oder nicht.Wo ist der Pfandklugheit und die Mindestreserve der Buba? Deutschland hat realistisch betrachtet dort verbindlichkeiten von 500 Milliarden.

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