Walter direkt
Mehr ins Risiko gehen?

Die Wirtschaft hat sich besser entwickelt als zu Jahresbeginn gedacht. Das gilt leider nicht für Anlagevermögen. Niedrige Zinsen und der Verlust der „sicheren Anlage“ läuten eine neue Phase des Vermögensmanagements ein.

Wer sich einmal die Mühe macht, die Situation der Weltwirtschaft zu Beginn dieses Jahres mit der aktuellen zu vergleichen, wird möglicherweise nicht um eine kleine Überraschung herumkommen.

Kein Zweifel, einiges hat sich in den vergangenen zwölf Monaten besser entwickelt als befürchtet: Vor Jahresfrist warnten Medien und Analysten beispielsweise vor den schlimmen konjunkturellen Auswirkungen einer harten Landung in China. Auch der bevorstehende politische Führungswechsel könne zu weiterer Unsicherheit beitragen. Nichts davon hat sich bewahrheitet. Die Konjunktur in China hat die Talsohle durchschritten, Industrieproduktion und Exporte steigen wieder.

In Europa gaben die immer zahlreicher werdenden Euroskeptiker keinen Pfifferling darauf, dass die Eurozone dieses Jahr überleben werde. Auch das ist anders gekommen. Zwar sind grundlegende politische Reformen noch nicht umgesetzt worden, aber immerhin Maßnahmen insbesondere der Europäischen Notenbank, die zu einer merklichen Beruhigung der Situation an den Märkten geführt haben.

Auch wenn ich die nach wie vor existierenden Gefahren für die Weltwirtschaft im Allgemeinen und die Eurozone im Besonderen nicht klein reden will, die Erfolge möchte ich aber auch nicht verschweigen. Ein Anlass für etwas mehr Zuversicht sind sie nämlich allemal.

Im Laufe der vergangenen Monate habe ich aber auch eine Begleiterscheinung des zaghaften ökonomischen Erholungsprozesses wahrgenommen: Den immer öfter ertönenden Rat an die Anleger, sie sollten mehr Mut bei der Geldanlage zeigen und bereit sein, höhere Risiken einzugehen.

Vernachlässigen wir einmal, dass Geldanleger in diesem Jahrhundert beinahe dauernd im Krisenmodus agiert haben und entsprechend verunsichert sind. Die Suche nach einer sicheren Anlage, mit der man ein Vermögen entweder aufbauen oder es gegen Wertverluste sichern kann, hat in diesen unruhigen Zeiten extrem zugenommen und leider auch nicht zu einem befriedigenden Ergebnis geführt.

„Triple A“ - vor gar nicht so langer Zeit noch eine allerseits akzeptierte Auszeichnung für „sichere Anlagen“ - hat erhebliches Vertrauen eingebüßt. Ungezählte vermeintlich sichere Produkte von Investmentbanken mit der besten Bewertung fielen in der 2007 aufkommenden Finanzkrise innerhalb von Monaten oftmals auf Ramschniveau.

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Anleger müssen ihr Risiko kennen

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