Zschaber zündelt: Davos – Ein Freiraum für Denke?

Zschaber zündelt
Davos – Ein Freiraum für Denke?

Jedes Jahr aufs Neue vereint sich die Elite aus Politik und Wirtschaft in Davos und diskutiert die Lage der Welt. Politiker tun sich keinen Gefallen, mit zu positiven Aussagen über das angebliche Ende der Euro-Krise.
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Davos 2013 – in vielen Diskussionen wird ersichtlich, dass das Vertrauen in die Wirtschaft und Politik sich noch immer erschüttert ist. Zu tiefgreifend war die globale Finanzkrise, aber ganz deutlich ersichtlich ist, es gibt Hoffnungsschimmer – die Grundstimmung ist wesentlich positiver als noch vor zwölf Monaten. Der Glaube allerdings, dass sehr zeitnah nachhaltige Lösungswege gefunden werden, um beispielsweise gerade der Krise in Südeuropa „Herr“ zu werden, ist etwas gedämpft, so unser Eindruck.

Auf der anderen Seite steht die Politik, die sich mit positiven Zureden und populistischen Aussagen wie „das Schlimmste haben wir hinter uns“ oder „es geht jetzt wieder aufwärts“ versucht, im ökonomischen Kontext zu positionieren. Auch Klaus Schwab der Präsident des World Economic Forums (WEF) verkündete in seiner Eröffnungsrede, dass das Krisengerede ein Ende haben muss und forderte anschließend mehr konstruktive Denkweise. (In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an die Aussagen des Davos-Begründers Schwab im vergangenen Jahr, der das Wirtschaftsmodell des Kapitalismus als überfordert betrachtete.)

Grundsätzlich stimme ich Herrn Schwab sicherlich zu, dass konstruktive Lösungen der einzige Weg für eine strukturelle Heilung der Ungleichgewichte sind, welche zu den Verwerfungen in vielen Teilen Europas geführt haben. Aber wer die Kausalkette der Krise verstanden hat, wird auch einen Blick in Richtung des Bank- und Finanzsektors werfen und an neue Regeln oder gar Regulierung denken.

Noch wichtiger ist aber, dass sich vor allem die Politik mit zu positiven Aussagen keinen Gefallen tun wird, denn die Reformhürden die noch umgesetzt werden müssen, sind sehr sehr groß. Die Lernkurve aus der Vergangenheit zeigt eindeutig, dass bei zu positiver Stimmungslage der Ehrgeiz, die notwendigen Reformen zügig umzusetzen, konterkariert wird.

Ich persönlich bin der Überzeugung, dass eines der wichtigsten Themen die Erhöhung des Produktions- beziehungsweise Industrialisierungsniveaus in Europa ist. Fakt ist, wir haben in Europa und ganz explizit in der Euro-Zone nach wie vor ein absinkendes Produktionsniveau. Dies muss ein Ende haben. Hier steht die Politik in der Verantwortung.

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Die Reformen werden schmerzhaft bleiben

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  • Zu den so genannten Finanzeliten gibt es bei ‚deutsche-wirtschafts-nachrichten.de‘ einen Artikel.

    >>Banken-Skandal in Italien:
    Goldman-Banker Draghi und Monti unter schwerem Feuer <<
    http://tinyurl.com/bgrgkqn

  • Für die Rede von Frau Merkel kann man sich nur schämen als Deutscher. Feige, inhaltslos ausweichend, mit ihrem nibulösen Gewäsch von "Erhöhung Wettbewersfähigkeit", dastehend in brauner Kutte. Ich find's widerlich !

    Wie rotzfrech und respektlos EU-Martin Schulz ist, hat er wieder unter Beweis gestellt. Seine EU-Propaganda will er direkt in Britain ablassen - sein Steigbügelhalter soll Ed Miliband (Labour - SPD) sein, der UK am liebsten schon gestern ganz unter die Willkühr von Brüssel zu stellen breit ist.

    Rette sich wer kann vor dieser grössenwahnsinnigen und respektlosen EU aus Brüssel ! Völker- und Staatenfressendes mit EURO erpressendes Monster.

    Cameron is totally right in his speech ! Europe has lost it's spirit because it lost freedom and dignity due to the expansion of EU-politiks and EU-power. In prison everybody is frustrated - thats Rompuy - M.Schulz damn EU. I am very proud about Mr. Camerons speech with passion and foreward thinking. He is simply telling the truth !

    Hopefully never becoming king of europe:
    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/wp-content/uploads/2013/01/rompuy1.jpg

    Die Sache ist ganz einfach. Europa mit seinen verschiedenen Völkern, Lebensweisen, Interessen und Staaten ist wie eine Batterie, die aus 27 einzelnen Zellen besteht. Schliesst man die zwangsweise alle kurz - kommt kein Strom mehr zustande. Genau das passiert in den Südländern gerade.

    Mit den zerstörten Identitäten der Völker und Staaten zertritt man auch ihre Würde und ihren Selbsterhaltungstrieb. EU aus Brüssel ist Europas Untergang weil sie den inneren Antrieb zerstört. Die Grenzen sinnvoller Integration Europas sind schon längst überschritten - jetzt geht es nur noch um mehr und mehr Macht für EU in Brüssel !

  • Wäre Davos als "Denkertreffen" angelegt, wäre die Gästeliste ggf zu überarbeiten.
    Eines von vielen "Entscheidermeetings", nicht mehr aber auch nicht weniger.

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