Kurz und schmerzhaft

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Zschaber zündelt: Deutschlands Stärke ist die Industrie

Um die deutschen Industrieunternehmen beneidet uns die ganze Welt. Sie sind der Grund dafür, dass uns die Euro-Krise weniger hart trifft als andere. Jetzt liegt es an der Politik, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln
Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Taktgeber, Wirtschaftslokomotive und politische Führungsmacht. Für all diese Attribute steht Deutschland aktuell. Vor allem der Industriesektor in der Bundesrepublik steht stärker als jemals zuvor da. Während in vielen Nationen in Europa und den USA eine Epoche der Deindustrialisierung zu beobachten ist, nimmt der Industriesektor hierzulande eine stärkere Position ein, als noch vor einigen Jahren.

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Gründe hierfür findet man zum Beispiel in den strikten Reformprogrammen der 2000er Jahre oder der besonnenen Politik während der Krise 2008. Ein Blick in die Euro-Peripherie zeigt, dass gerade in den Krisenländern wie Griechenland, Spanien oder Portugal die Industrie brach liegt. Zu sehr legte man in der Vergangenheit den Fokus auf Sektoren wie Tourismus oder die Bauwirtschaft. Anders Deutschland: Knapp über eine Billionen Euro liefern unsere Unternehmen in die globalen Märkte. Schaut man sich die Daten des Statistischen Bundesamtes an, lag die Exportquote bei über 45 Prozent. Allein die Industrie trägt 25 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, warum die politischen Eliten in Frankreich und Großbritannien Pläne verfolgen, den Industriesektor wieder auszubauen.

Gerade Frankreich, eine Nation mit traditionell geringen Energiekosten bietet eine grundsätzliche Attraktivität. Trotz der zuletzt unsicheren Zeit, die geprägt von Panik und Untergangsszenarien ist, konnten viele Konzerne im Umsatz um 30 Prozent und mehr zulegen. Um Unternehmen wie Linde, Leoni, Bertrandt oder Siemens beneidet uns jedes andere Land der Welt. In Bereichen wie Maschinenbau oder im Automobilsektor sind „wir“ weltweit führend.

  • 25.07.2012, 11:11 UhrHermann.12

    Die Bedeutung der deutschen Industrie darf nicht unterschätzt werden, doch auch eine Überschätzung ist nicht angesagt.
    Deutschlands Stärke basiert primär auf der mittelständischen Industrie, was keines Falls mit der Großindustrie verwechselt werden darf.
    Zur Zeit erleben wir eine höchst negative Entwicklung durch Konzentration in vielen Wirtschaftszweigen zu Konzernen und Konzerverbünden. Ähnliche Entwicklungen gab es eben auch in den genannten Negativbeispielländern, deren Wettbewerbsfähigkeit am Ende so zerstört wurde.
    Ähnliche Probleme sind der deutschen Großindustrie ebenfalls zu bescheinigen, deren Wettbewerbfähigkeit massgeblich auf strukturellen Privilegien beruht und mangelndem wirksamen Wettbewerb.
    Es macht keinen Sinn diese noch zu verstärken, um am Ende dann so dazustehen, wie heute Frankreich.
    Im Gegenteil ist ein massvoller Abbau das Gebot der Stunde, auch wenn das eher unwahrscheilich ist.

    Dieses Statement, wie auch die neue Studie zum Euro kommen nicht von ungefair. die Großindustrie fürchtet um ihren Einfluss und ihre Privilegien. das dies auf Kosten der übrigen Wirtschaft und besonders der dort Beschäftigten geht, wird weder wahrgenommen noch als ungerechtfertigt betrachtet.

    H.

  • 25.07.2012, 10:48 Uhrshbasse

    The biggest difference between Germany and Denmark (apart from size!) is exactly the described inland industrial production and export from Germany.
    Denmark (Danish firms) on the other hand has been "Weldmeister" in outsourcing and the establishment of affiliates in the Far East. Today more people are employed by Danish firms abroard than in Denmark!
    Seen from a national Danish (and European) point of view that is a disaster and the real reason for the crisis!
    http://unifiedscience2.blogspot.com/2011/02/deeper-causes-of-downturn.html

  • 25.07.2012, 00:43 UhrAugenlicht

    und zum Schluß noch die bekannte "Fachkräftemangellüge"
    Wann hören diese Sprechblasen in der seriösen Berichterstattung auf. Unternehmen wollen: nicht ausbilden, keine Leute über 45 einstellen, keine angemessenen Gehälter zahlen und, und, und. Und darum brauchen wir "Fachkräfte" aus den Billiglohnländern.Ebenso Dumm wie Durchschaubar

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