Zschaber zündelt Deutschlands Stärke ist die Industrie

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Die Politik muss die Industrie unterstützen

Von den Problemen in der Euro-Zone konnten sich viele Unternehmen aufgrund kluger und weitsichtiger Management-Entscheidungen freimachen. Gute Unternehmenslenker, gesundes Wachstum, Innovationen und Expansionsstrategien in die Wachstumsmärkte haben die Unternehmen unabhängiger vom Binnenmarkt gemacht und lassen sie vom Wachstum zum Beispiel in Asien profitieren.

So schaffen es die hiesigen Automobilhersteller, ihre Absatzlücken in Europa durch enorme Wachstumsraten in China zu kompensieren. Und ein Ende des Wachstums scheint in weiter Ferne zu liegen. Chinas über 180 Städte mit ein bis fünf Millionen Einwohnern bilden eine sehr ansprechende und erfolgversprechende Basis für die Autoindustrie und ihre Zulieferer. Im Maschinenbau sieht es nicht anders aus. Seit dem Jahr 2000 verbucht der Sektor ein Umsatzplus von über fünfzig Prozent. Dieses Jahr erwartet die Branche fünf Prozent plus. Die hervorragende Lage nutzen die Unternehmen für gezielte Investitionen wie den Ausbau oder die Modernisierung ihrer Produktionsstätten.

Jetzt liegt es einmal mehr an der Politik, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu erhalten und gegebenenfalls noch weiter zu stärken (Stichworte Energiewende und Fachkräftemangel). Unsere Kanzlerin wird nicht müde zu warnen, dass Deutschland allein nicht die Probleme innerhalb der Eurozone lösen kann, auch wenn unsere Freunde aus Frankreich und den USA gerne sehen würden, wenn wir hier noch mehr Geld in die Hand nehmen würden.

Markus C. Zschaber ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln.

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13 Kommentare zu "Zschaber zündelt: Deutschlands Stärke ist die Industrie"

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  • Die Bedeutung der deutschen Industrie darf nicht unterschätzt werden, doch auch eine Überschätzung ist nicht angesagt.
    Deutschlands Stärke basiert primär auf der mittelständischen Industrie, was keines Falls mit der Großindustrie verwechselt werden darf.
    Zur Zeit erleben wir eine höchst negative Entwicklung durch Konzentration in vielen Wirtschaftszweigen zu Konzernen und Konzerverbünden. Ähnliche Entwicklungen gab es eben auch in den genannten Negativbeispielländern, deren Wettbewerbsfähigkeit am Ende so zerstört wurde.
    Ähnliche Probleme sind der deutschen Großindustrie ebenfalls zu bescheinigen, deren Wettbewerbfähigkeit massgeblich auf strukturellen Privilegien beruht und mangelndem wirksamen Wettbewerb.
    Es macht keinen Sinn diese noch zu verstärken, um am Ende dann so dazustehen, wie heute Frankreich.
    Im Gegenteil ist ein massvoller Abbau das Gebot der Stunde, auch wenn das eher unwahrscheilich ist.

    Dieses Statement, wie auch die neue Studie zum Euro kommen nicht von ungefair. die Großindustrie fürchtet um ihren Einfluss und ihre Privilegien. das dies auf Kosten der übrigen Wirtschaft und besonders der dort Beschäftigten geht, wird weder wahrgenommen noch als ungerechtfertigt betrachtet.

    H.

  • The biggest difference between Germany and Denmark (apart from size!) is exactly the described inland industrial production and export from Germany.
    Denmark (Danish firms) on the other hand has been "Weldmeister" in outsourcing and the establishment of affiliates in the Far East. Today more people are employed by Danish firms abroard than in Denmark!
    Seen from a national Danish (and European) point of view that is a disaster and the real reason for the crisis!
    http://unifiedscience2.blogspot.com/2011/02/deeper-causes-of-downturn.html

  • und zum Schluß noch die bekannte "Fachkräftemangellüge"
    Wann hören diese Sprechblasen in der seriösen Berichterstattung auf. Unternehmen wollen: nicht ausbilden, keine Leute über 45 einstellen, keine angemessenen Gehälter zahlen und, und, und. Und darum brauchen wir "Fachkräfte" aus den Billiglohnländern.Ebenso Dumm wie Durchschaubar

  • Mittelstand und Industrie sind nicht wegen, sondern trotz dieser Regierung so erfolgreich.
    Das beste Beispiel ist doch die Energiewende.
    Die wurde einfach mal so beschlossen und dann erst darüber nachgedacht, wie das eventuell machbar ist. Und wenn das überhaupt noch realisierbar sein sollte,dann wegen Mittelstand und Industrie!

  • "Um Unternehmen wie ..Bertrandt.. beneidet uns jedes andere Land der Welt"
    Bertrandt ist eine simple Verleihbude und sonst nix. Die dort beschäftigten Leute könnten geschlossen zu Ferchau oder sonstigen in der Automobilindustrie vertretenen Verleihbuden wechseln und keiner würde den Laden vermissen. Alternativ könnte man die dort Beschäftigten nach einer angemessenen Zeit auch intern übernehmen und so richtig Kosten sparen.

    "Jetzt liegt es einmal mehr an der Politik, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu erhalten und gegebenenfalls noch weiter zu stärken (Stichworte Energiewende und Fachkräftemangel)"
    Fachkräftemangel gibt es nicht, sonst würde es ja keine Verleihbuden geben. Freiwillig arbeitet dort keiner. Wenn man das Glück hat andere Optionen, die sich mit dem Privatleben vereinbaren lassen zu haben wechselt man sofort.
    Nein, ich war nie Leiharbeiter - ich bekomme das Elend nur jeden Arbeitstag mit.
    Zur Energiewende kann man nur auf den Artikel von Herrn Weimer verweisen. Ich sehe es nicht ganz so drastisch, aber mehr Sinn für die Realitäten würde gewissen Entscheidungsträgern gut tun.
    Wie man gut 80Mio Einwohner + die dazugehörige Industrie mit (elektrischer) Energie versorgt kann man sich ausrechnen. Traumtänzerei ist da fehl am Platz. Ich bin mit aber sicher, daß hinten den Kulissen eine andere Agenda als die fürs Volk nach aussen vertretene herrscht.

  • >>Jetzt liegt es einmal mehr an der Politik, die
    Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie
    zu erhalten und gegebenenfalls noch weiter zu stärken<<
    .
    Jo - und worauf kommt dabei "die Politik"?
    Wenn man u.a. UvdL zuhört, dann offensichtlich darauf,
    eine Frauenquote für die dt. Industrie (DAX)
    zwangseinzuführen.
    Offensichtlich können sie nicht ertragen, dass es (noch)
    etwas gibt in D., was deutlich besser ist als sie selber.

  • .
    Das war ja auch ironisch gemeint.

  • "Soll unsere Politik weiter Marionetten artig dem Wort der Banklobby folgen?"
    Nein, eben nicht. Dafür sind unter anderen auch die Arbeitsaufträge an die EU-Kommission zwecks Bankenaufsicht(en) gedacht. Und das geht nur mindestens Europaweit. Und wenn sich alle, die sich hier marktschreierisch und untergangsmäßig betätigen, dort mit Ideen und Vorschlägen aufwarten.
    Gruss an die Presse, die offensichtlich im Augenblick mehr mit ungelegten Eiern beschäftigt ist, als die Hühner mit sachlichen Informationen zu versorgen.

  • Was Sie damit wirklich meinen bleiben Sie in diesem Artikel schuldig.

    "Unterstuetzen" kann viele oft gegenteilige Dinge bedeuten...

    Soll unsere einfallslose Politik die groesstenteils mit offenem Mund dasteht aufhoeren Geld ins grosse schwarze Loch zu schuetten? Oder soll sie es vermehrt tun, damit wir weiter wie die Bloeden Exportieren koennen im Tausch gegen weitgehend wertfreie Dollars? Da sollten wir vielleicht unsere Produkte lieber zu einem groesseren Teil selbst benutzen?

    Soll unsere Politik weiter Marionetten artig dem Wort der Banklobby folgen?

    Auf das wievielfache der weltweiten Realwirtschaft ist die Geldmenge mittlerweile angestiegen? Fundamentale Tatsachen lassen sich nicht ewig mit geschacher und umverteilungen ueberlagern. Das hoechste was die schaffen ist ein bisschen mehr Zeit herauszuschinden, womit man nur den Grossen Gelegenheit gibt die Kleinen zu fressen.

    Klar, der Euro ist prima fuer die Wettbewerbsfaehigkeit der Industrie. Aber schlecht fuer alles andere. Schlecht fuer die Buerger, schlecht fuer Europa.

    Die Unterstuetzung der Industrie sieht doch so aus: Regierung uebernimmt Commerzbank - Zahlt ein vielfaches des Wertes und bekommt dafuer einen 25% Anteil.

    Unsere Politiker beherrschen also noch nicht einmal die Mathematik der Grundstufe. So wird der Steuerzahler Jahr fuer Jahr bestohlen.

    Herzog... der weiss was: Das der ESM zum Staatsbankrott fuehren wird.

    Bedeutet Unterstuetzung der Industrie fuer sie das Risiko eines Staatsbankrottes zu vermeiden oder einzugehen?

  • Hm, ja ...

    werter Herr Zschaber,

    würden Sie mir bitte erläutern, wo der "Industriesektor" beginnt und wo der Deutschland primär tragende Mittelstand? Ich kann nämlich bisher keine wirklich klare Definition dafür finden.

    Bildet die Grenze etwa die Börsenzugehörigkeit?

    Wenn ja, wem gehört diese "deutsche" Industrie denn dann inzwischen wirklich? Wo sitzen deren Aktionäre? Wo befindet sich die Mehrheit derer Arbeitsplätze, wo wird die Ware gefertigt? Wo, in welchem Land, werden derer Steuerbeiträge überwiegend geleistet?

    Mir scheint, diese Industrie ist durch die Finanzierung seitens der "Märkte" längst globalisiert. Heimatlos geworden, sobald es um jedwede Verantwortung geht. Je nach Bedarf werden Werke (subventioniert) umgesiedelt und Staaten gegeneinander ausgespielt, wie wir ja oft genug erfahren durften.

    Ob man da wirklich noch von irgendeiner nationalen Zugehörigkeit / Bindung dieser Industrien, dieser Global Player, sprechen kann und sollte?

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