Kurz und schmerzhaft

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Zschaber zündelt: Ein Herbst macht noch lange keinen Winter

In der Republik beginnt das große Zittern, ob sich die hiesige Wirtschaft weiter den Auswirkungen und dem Strudel der „Euro-Krise“ entziehen kann. Doch das Gesamtkonstrukt stellt sich bei weitem nicht so fragil da, wie es jetzt suggeriert wird.

Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln
Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Der Grund für das große Zittern sind rückläufige Wachsturmsprognosen diverser Wirtschaftsinstitute. Der Tenor sieht die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr lediglich um etwa ein Prozent wachsen, 2012 gar um nur 0,8 Prozent. Das scheinen besorgniserregende Zahlen, konnten wir doch die beiden Jahre zuvor Zuwachsraten jenseits der Marke von drei Prozent verzeichnen.

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Meiner Meinung nach stellt sich das Gesamtkonstrukt bei weitem nicht als so fragil da, wie es jetzt suggeriert wird. Fakt ist, dass der Belastungsfaktor Euroraum-Krise weiterhin eine zentrale Rolle einnimmt. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, wo wir herkommen. 2009 musste Deutschland im Zuge der geplatzten Immobilienblase in den USA und der daraus resultierenden Weltwirtschaftskrise eine Rezession in Höhe von mehr als fünf Prozent verkraften.

Dass wir uns überhaupt wieder in einer Position befinden, die uns nachhaltiges Wachstum ermöglicht, ist nicht zuletzt den besonnenen politischen Entscheidungen sowie der überaus erfolgreichen Restrukturierungs- und Reformprozesse unserer Unternehmen zu verdanken. Eine sich verlangsamende konjunkturelle Entwicklung sehen wir auch durch Meldungen aus der Wirtschaft belegt.

Gemessen an den Aufträgen der Vorperioden stellen wir ein etwas zu hohes Produktionsniveau fest. Aus der Automobilbranche vernimmt man schon die ersten Meldungen und Gerüchte über Kurzarbeit. Vor allem gingen die Aufträge bei den Investitionsgüterherstellern zurück. Bedeutet: Die Industrie in Deutschland hat die Investitionen zurückgefahren und fast sieben Prozent weniger an Gütern aus dem Bereich Maschinenbau geordert. Vor allem wirkt sich dies auf die Inlandsnachfrage aus. Diese fiel im Vergleich zum Juli um drei Prozent zurück. Die Bestellungen aus dem Ausland blieben auf dem Niveau des Vormonats und die Nachfrage aus den Euro-Staaten legte gar überraschenderweise um fast 2,5 Prozent zu. 

Ein entscheidendes Kriterium in der aktuellen Phase und somit zukunftsweisend sind die klaren Positionierungen der EZB und der wichtigsten europäischen Vertreter, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die fiskalpolitischen und strukturellen Ungleichgewichte abzubauen und Maßnahmen zur Restrukturierung des Finanzsektors einzuleiten. Der ESM kann ein Korsett stellen, um mit seiner Feuerkraft an jenen Stellen anzusetzen, um die taumelnden Protagonisten der Euro-Krise aufzufangen und langfristig wieder auf gesunde Beine zu stellen. Ein erster Wink mit dem Zaunpfahl könnte die Herabstufung der Bonität Spaniens durch die Ratingagentur S&P auf BBB-Minus sein – also fast „Ramschniveau“.

  • 13.10.2012, 16:34 UhrMarktbeobachter

    Etwas mehr realer Kapitalismus verbunden mit Substanzerhaltung und derjenigen am Gewinn, die dazu beitragen und weniger sozialistische Umverteilungsansätze und politischer Geldregen, an diejenigen welche nicht dazu beitragen, würden dem zwar kranken, aber im Grunde nach kerngesunden Patienten Europa sehr gut bekommen. In Neuseeland wurden alle Subventionen gestrichen, was dem Land bestens bekommen ist. Eine Würstchenbude, welche sich nicht trägt gehört geschlossen, analog ist bei Banken zu verfahren. Was der Einzelen braucht ist Wohlstand und keine staatliche Bevormundung. Ohne Kapitalismus geht es nicht.

  • 13.10.2012, 15:04 UhrDERRichter

    Der gute Zschaber mag schon aus Eigeninteresse im Gesundbeten von Volkswirtschaft und Dax gut sein. Überzeugend ist das aber nicht. Wir stehen vor der
    vielleicht schwerwiegendsten Krise, welche die europäische Union ökonomisch, sozial und währungsmäßig je zu bewältigen hatte. Selbst im besten? Falle -der Rettung der Währungsunion- werden die Schleifspuren tief und blutrot sein. Da ist wenig Platz für einen deutschen ökonomischen Frühling bei gleichzeitigem Straucheln der anderen. Dies gilt um so mehr, als es auch den USA ökonomisch nicht gut geht, und die Wirtschaftslokomotive China ebenfalls stottert.

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