Zschaber zündelt
Geldpolitische Manöver machen Kurse

Die Abhängigkeit zwischen den Kursentwicklungen auf den Märkten und den geldpolitischen Aktionen der Notenbanken ist derzeit extrem ausgeprägt. Die Aktionen der Notenbanken könnten derzeit kaum unterschiedlicher sein.
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Eine Bewertung und Analyse der einzelnen Notenbank-Aktivitäten, deren Einschätzungen und Haltung zu Wirtschaft und Geldpolitik ist unablässig. Und hierbei lässt sich als Fazit festhalten, dass die Aktionen Notenbanken der USA, in Europa und China kaum unterschiedlicher sein könnte, von „Pulver trocken halten“ bis zur Stimulation der Wirtschaft durch Zinssenkungen reicht die Bandbreite - ein Spiegelbild der derzeitigen wirtschaftlichen Gesamtlage.

Schauen wir auf die USA, kann man zunächst unterschiedliche Signale der Notenbanker feststellen. Die Veröffentlichung des „Beige Book“, der Konjunkturbericht der US-Notenbank FED und die Grundlage für zukünftige geldpolitische Veränderungen, verdeutlichte einen gewissen Konjunkturoptimismus. Demgegenüber stehen die jüngsten Aussagen verschiedener Notenbanker der einzelnen US-Regionen, die eine aufkommende Abschwächung der Volkswirtschaft signalisieren. Hieraus lässt sich für uns ableiten, dass in naher Zukunft mit geldpolitischen Stimulationen gerechnet werden kann.

In unserem Basisszenario rechnen wir damit, dass die Fed eine erneute „Operation Twist“ durchführen wird. Das bedeutet, dass Kapital aus auslaufenden Anleihen des „Notenbankdepots“ zu Neuaufkäufen von US-Staatsanleihen genutzt wird. Dies wird die langfristigen Refinanzierungszinsen weiter senken. Noch wichtiger ist zu bewerten, dass zusätzliche Maßnahmen folgen werden, sollte sich die Euro-Krise weiter zuspitzen.

Bleiben wir direkt bei der Euro-Krise und damit bei unserer heimischen EZB. Die jüngste Sitzung und die folgende Pressekonferenz ließen viel Raum zur Interpretation. Die zeitgleich negative Reaktion an den Märkten zeigte, dass hier bereits eine gewisse Unerstützung seitens der europäischen Notenbank im Krisenumfeld Europa erwartet wurde. Diese blieb jedoch aus. Vor allem die Aussagen des Notenbankpräsidenten Draghi lassen uns zu der Bewertung kommen, dass die EZB sich in einer strategischen Warteposition befindet und abwarten wird, wie sich zunächst die Griechenlandwahl auswirken wird.

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Beruhigung für die gestressten Märkte

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