Zschaber zündelt
Hut ab vor den Griechen

Griechenland steckt in einer Misere, die wirklich sehr schmerzhaft für alle Beteiligten ist. Dennoch gibt es nicht nur Schatten. Was Griechenland braucht, ist ein Fahrplan, den alle Europäer gemeinsam unterstützen.
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Die Maßnahmen der Athener Regierung haben die Neuverschuldung um etwa fünf Prozent im Jahr 2010 gedrückt. Auch 2011 hat Griechenland diesen Kurs fortgesetzt. Im internationalen Vergleich ist das eine absolut erstaunliche Leistung. Außerdem stiegen allein in den vergangenen zwölf Monaten die griechischen Exporte um mehr als 50 Prozent bei weiter ansteigender Dynamik. Das sollte nach meinen Annahmen, bei gleichzeitig abnehmender Importquote, zu einer Reduzierung des Handelsbilanzdefizits in 2012 gegenüber dem Jahr 2008 um mehr als 65 Prozent führen.

Die Aussagen, es fehlt an Reformen, sind einfach nicht korrekt. Erfolgreiche Reformbeispiele sind die bereits in 2010 umgesetzten Personalkürzungen im öffentlichen Sektor oder die Kürzungen der öffentlichen und privaten Renten um jeweils zehn Prozent. Oder der eingeführte Solidaritätszuschlag auf die Bruttoeinkommen und die hohen Reduzierungen der Sozialsausgaben in 2011, die in den kommenden vier Jahren die Staatskasse um bis zu fünf Milliarden Euro entlasten sollten. Interessanterweise werden diese Erfolge der bereits angelaufenen Reformen nicht oder nur unzureichend in der öffentlichen Wahrnehmung gewürdigt und durch die Märkte honoriert.

Ich kann das nicht nachvollziehen. Wenn ich auf die Reformen in Griechenland als Ganzes blicke, stelle ich fest, dass ein Großteil erfolgreich umgesetzt wurde. Insofern erachte ich die Diskontierungen und Kursabschläge an den Börsen, die immer wieder panikartig einsetzen, als oftmals nicht gerechtfertigt.

Kommentare zu " Zschaber zündelt: Hut ab vor den Griechen"

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  • Er will nicht das Schild über alle Griechen halten und diese in Schutz nehmen - das steht doch da. Vielmehr sieht es nach langen Reformen bei uns aus, die aufgeführt werden aber auch nach einem Hinweis, dass nicht nur die Streikenden in Athen betrachtet werden sollten, denn dass ist nicht das Bild Griechenlands, wir haben schon einiges gemacht vieles wird noch kommen - aber wir sind in der Masse gewillt unser Land nicht untergehen zu lassen und beweisen es ja schon - ausgesucht haben wir es uns nicht und auch die Belastung des Euro war nicht vorgesehen, das haben einige wenige für ein ganzes Volk bei Beitritt bestimmt. Danke für die Hilfe und danke für den Artikel.
    Patros G.

  • @Hellene:
    Die Griechen sollten vor allem mal aufhören die Schuld immer bei anderen zu suchen. GR ist für den Schlamassel in dem es steckt komplett selbst verantwortlich. Griechenland hat auch unendlich viel von der EU, vom Euro und im besonderen von Deutschland profitiert. Griechenland hat hartes Eurogeld geschöpft und Schulden gemacht, als gäbe es kein morgen und kriegt nun kein Geld mehr vom Kapitalmarkt. D.h. es ist PLEITE, Punkt. Die EZB hat die Regeln für Sicherheiten immer weiter abgesenkt, damit GR weiter fleissig Geld schöpfen und dem Eurosystem als Target2 Salden aufbrummen kann.

    Aus falsch verstandener Solidarität gibt Euroland jetzt Hilfskredite, und dafür werden wir jetzt noch beschimpft. Da fasst man sich doch an den Kopf.

    Und das Deutschland Zinsen für Kreditbürgschaften kassiert ist ja wohl normal. Die Kredite an Griechenland werden eh niemals wieder zurückgezahlt. Deutschland zahlt selber schon keine Schulden zurück, wie soll das Griechenland jemals schaffen. Ein Ding der Unmöglichkeit.

    Der Zinsneid in Europa ist eh krank, sollen halt alle vernünftig wirtschaften, dann haben sie auch niedrige Zinsen.

  • Donnerwetter, Hut ab vor dem Autor, es ist sicherlich nicht populär dieses so zu schreiben, dennoch es entspricht es den Tatsachen udn ist sachlich, ob man es lesen und hören möchte oder nicht. Was wahr ist, ist wahr !

    R.Dommermuth

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