Zschaber zündelt Möglicher Grexit belastet den Euro

Durch die Unsicherheit rund um einen möglichen Austritt Griechenlands wird der Euro wird zum Spekulationsobjekt. Damit Investoren weltweit wieder Vertrauen in die Euro-Zone fassen, muss die Politik klare Ansagen machen.
  • Markus Zschaber
Update: 01.06.2012 - 20:11 Uhr 14 Kommentare
Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Viele Marktteilnehmer aus den USA halten den Grexit – also den Austritt Griechenlands aus der europäischen Währungsunion – für das wahrscheinlichste Szenario für die Zukunft der Hellenen. Diese Prognose beflügelt am Markt die Spekulationen gegen den Euro.

Interessant und auffällig ist, dass viele gute Nachrichten aus der Euro-Zone und Deutschland gänzlich ignoriert werden. Negative Nachrichten rücken dagegen besonders intensiv in den Fokus des Marktes. Von einer neutralen Bewertung kann aktuell also nicht die Rede sein.

Hinzu kommt, dass sich manche Nachrichten, die die Kapitalmärkte erreichen, im Nachhinein als schlicht unwahr erweisen. So beispielsweise das Gerücht, die Europäische Zentralbank (EZB) hätte die Pläne zur Rekapitalisierung der spanischen „Bankia“ abgelehnt. Die Folgen dieser Berichterstattung waren eine dynamisch ansteigende Risikoaversion und deutliche Kursabschlägen an den Aktienmärkten.

Für Spekulanten, die auf einen Euro-Zerfall wetten, kam dies natürlich wie gerufen. Als kurz darauf die EZB dementierte, war jedoch keine Entspannung an den Finanzmärkten zu erkennen. Die systemischen Einflüsse und Fakten werden also nicht mehr gleichmäßig bewertet. Der Euro wird zum Spekulationsobjekt und die Käufer halten sich zurück.

Zur Lösung der strukturellen Probleme in der Euro-Zone melden sich viele Stimmen mit kreativen Lösungsansätzen zu Wort. Das wirkt sich nicht gerade positiv auf das Vertrauen der Investoren rund um den Globus aus.

Eine der jüngeren Ideen aus der Bankenlandschaft ist der Geuro: Eine Parallelwährungen zum Euro für Griechenland in Form von Schuldscheinen. Aus technischer Sichtweise und mit dem nötigen theoretischen Hintergrund ist dies ein interessanter Ansatz. Aus praktischer und politischer Sicht ist die Umsetzung aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht realistisch.

Die Politik muss klare Ansagen machen
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14 Kommentare zu "Zschaber zündelt: Möglicher Grexit belastet den Euro"

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  • Lieber den Euro in andere Währungen streuen z. Bsp. in den Schweizer Franken, die norwegische Krone, oder eben der Krügerrand.

  • Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!

    Genau diese verlogene Einstellung ist schon immer die Einstellunf in der EG/EU/€-Zone. Natürlich haben diese Institutionen kein Alleinrecht auf diese Haltung. Bewahre!
    Aber dass asich viele von diesem undemokratischen Apparat und seinen Apparatschiks haben blenden lassen rächt sich eben momentan.

    Das wichtigste jetzt: keine überzogenen Konten haben, sondern alles leicht im vereinbarten Minus. Damit im Falle eines Falles eben die Schulden geschnitten werden und nicht das Vermögen.

    Alles andere in Sachwerte. Bloß Gold hat da im Moment keine Chance, eher Alubarren oder Kupfer …
    meinethalben solide Aktien wie Vossloh, Wacker Chemie, Nordex oder Wessanen, ganz nach den Regeln aus Omaha!!!

    Das grundsätzliche Übel: Europa hatte nie EIN Volk, so dass jede parlamentarische Repräsentation AB OVO eine Chimäre war und ist.
    Sollte noch mal jemand für diesen Bereicherungsverein Propaganda machen, sollte er (oder im Zweifelsfall auch sie) von den Umstehenden sofort der Gerechtigkeit zugeführt werden.
    Volkverhetzung IST STRAFBAR!

    QUOD ERIT DEMONSTRANDUM

    (den Unterschied zwischen ERAT und ERIT kenne ich…)

  • Wenn Griechenland statt Deutschland aus dem Euro geht, rast die Zug weiterhin auf die Wand zu und wird der Schrecken am Ende nur noch größer für Deutschland.

    Nur Deutschlands Austritt aus dem Euro jetzt und die neue DM geben Deutschland Schutz vor weiteren wahnwitzigen Geldforderungen, dem Resteuro die nötige Abwertung, um wirtschaftlich wieder wettbewerbsfähig zu werden und die finanzielle Notwendigkeit, die Ausgabenpolitik realistisch an das Maß anzugleichen, daß man sich wirklich volkswirtschaftlich leisten darf.

  • Viele Politiker haben es immer noch nicht begriffen: der Zug fährt gegen die Wand, Deutschland wird von den anderen heruntergezogen und wird selbst ertrinken, wenn es auf der Euroschiene so weitermacht. Deutschland muss sich also erst einmal freischwimmen, und das heisst, eine eigene Deutsche Währung.

    Das Gegenargument der Aufwertung muss man auch ein wenig differenzierter betrachten:

    1. Deutschland hatte auch zu DM Zeiten Handelsüberschüsse, nicht -defizite.

    2. Eine DM Aufwertung hatten wir ständig seit der DM Einführung und hat Deutschlands wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufstieg nach dem Krieg doch nicht aufgehalten, sondern ganz in Gegenteil das Deutsche und in der ganzen Welt bewunderte Wirtschaftswunder erst hervorgebracht!

    3. 40% der Exportprodukte kommen selbst aus Importprodukten und werden also billiger durch eine Aufwertung der DM.

    4. Führt eine Aufwertung der DM zu mehr Kaufkraft der Deutschen Bevolkerung, das heisst, der deutsche Arbeitnehmer kriegt wieder etwas für sein Geld statt ständig zu verlieren, wie unter dem Euro! Das ist die sogenannte Sozialdividende. Deshalb ist ja auch der Lebensstandart in starken Wahrungsländern wie der Schweiz und in der Bundesrepublik zu DM Zeiten so hoch gewesen!

    5. Eine stärkere DM führt zu mehr Innenkaufkraft und damit mehr Importen, was anderen Ländern zugute kommt und deren Wirtschaftleistung fördert und hilft, von Transferleistungen unabhängig zu werden.

    6. Die Abwertungen, zB der Drachme und der Lira, führen zu deren Wettbewerbsstärkung und damit der Möglichkeit, nicht auf Pump anderer, sondern eigenständig zu wachsen.

    7. Summa summarum werden Europa und die Welt nicht stärker, wenn die letzten noch funktionierenden Wirtschaften auch noch kurzsichtig kaputtgemacht werden.

    Deswegen brauchen wir auf jeden Fall in Deutschland und in Europa unsere eigenen Länderwährungen, um dadurch wirtschaftlich wieder in Fahrt zu kommen und unsere politische Freiheit zu retten.

  • Das Vertrauen in den Euro ist aufgebraucht.
    Ist das Vertrauen verspielt, ist die Währung am Ende.
    Der EURO ist am Ende, auch wenn die Ideologen und Profiteure dieser Währung dies nicht wahrhaben wollen!
    Und mehrkt es euch gut für die Zukunft:
    Der Wechselkurs EURO/DEM lautete:
    1 € = 1,95583 D-Mark und keinen Pfennig weniger!
    Bei Rücktausch erwarte ich das gleiche Umtauschverhälnis.


  • "Zusammengefasst steht fest, dass die Spekulationen gegen den Euro die Euro-Zone als Investitionsstandort weiterhin bedrohen. Auch auf der Käuferseite sind Verunsicherungen und merkliche Zurückhaltung vorhanden."

    Hier ein Vorschlag, der für sich selbst spricht:
    Lassen Sie uns die Pensionen der Abgeordneten in Griechenanleihen anlegen. Das ist dann keine höhere Belastung als sie ohnehin ist. Am besten sie werden gleich auch noch dorthin umgesiedelt.

    Dann haben wir sogar noch 50 % gewonnen. Statt der zwei Probleme haben wir dann nur noch eines.

    Wenn die Politiker von ihrer umsichtigen und richtigen Handlungsweise überzeugt wären, müssten sie diesen Vorschlag sogar begrüßen.

    Machen Sie aber nicht! Ich weiß weshalb. Sie auch?

  • "Diese Prognose beflügelt am Markt die Spekulationen gegen den Euro."

    Was soll das aussagen? Hier stachelt einer, der keine Ahnung hat.

    Wenn die Politik nicht glaubhaft vermitteln kann, dass sie weiß was sie tut, dann kann man es niemand verwehren, dass er die Finger vom Euro lässt.

    Konkret heißt das, dass derjenige der Euros in Zukunft zu kaufen hat, die Entwicklung erst einmal abwartet und später kauft.

    Der, der Euro erwartet, verkauft diese schon einmal per Termin und sichert sein Kalkulationsergebnis.

    Konkreter:
    Ein Unternehmen, das z.B. in 1 Monat einen Kredit in Euro zu bezahlen hat, kauft seine Euros dann, wenn es zu zahlen hat.

    Ein Autohersteller, der in 1 Monat eine USD-Zahlung erwartet verkauft diese per Termin (also in 1 Monat) gegen Euro um hier im Inland seine Löhne zu bezahlen.

    Kann mir jemand sagen, wo hier die Spekulation war. Man stelle sich vor, dass auf diese Geschäfte Herr Tritt ihn, Herr Steinbrück, Herr Schäuble und manch anderer, der die Zusammenhänge nicht versteht, eine sogenannte Transaktionssteuer (richtig müsste es heißen: Topin-Steuer) erheben will. Da muss man schon krank sein, wenn man die letzten Ecken auskratzt, um Geld in die Kasse zu bekommen.

    Es ist mir auch nicht bekannt geworden, dass auch nur ein einziger Abgeordneter seine Diäten und Pensionen zur Spekulation für den Euro einsetzt, um so seinem Handeln glaubhaften Nachdruck verleiht. Wenn sie selbst nicht von ihrer Handlungsweise überzeugt sind, dann sollten sie andere weder verrückt machen noch zu unökonomischem Handeln verleiten. Macht dies ein Anlageberater bei einer Bank, hat er ein Beratungsprotokoll anzulegen und der Kunde klagt bei Verlusten vor Gericht. Da dort Juristen, also Personen die naturgemäß keine Mathematik können, urteilen, stehen die Chancen für den Kunden nicht schlecht.

    Es muss dringend Waffengleichheit hergestellt und Politiker müssen wegen ihrer kindischen, abartigen Handlungsweisen ebenso abgestraft werden.

  • Was die Namen der Politiker angeht, können wir diese im Internet nachlesen. Der Bundestag hat alle namentlich aufgeführt.

    http://www.bundestag.de/bundestag/plenum/abstimmung/20110929_euro.pdf

  • So ganz versteh ich nicht was hier mit "klare Ansagen" gemeint ist.
    Wenn das Vertrauen verspielt ist, was bringen dann neue Ansagen?

  • Wer nicht völlig verblödet und ideologievergiftet ist weiß längst, daß diese Zoombiewährung gerade krepiert. Übrigens genau so, wie es Prof. Hankel vor 10 Jahren sagte - er ist der Eurorealist! Er sagte übrigens auch, daß es mit dem deutschen(!) Staatsbankrott endet. Das haben die meisten hier noch nicht auf dem Radar. Eine neue Währung wird's nur nach Bilanzierung geben, und da wird jeder erkennen, daß der deutsche Wohlstand für ein "politisches Projekt" verzockt wurde.
    Vertrauen? Eher "glauben" und "beten" in der Eurokirche. Aber auch das wird nicht helfen!

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