Zschaber zündelt
„Wirtschaftlich ist Deutschland der Europameister“

Italien gegen Deutschland war das Duell des 28. Juni. Während der deutsche Traum von der Europameisterschaft gestorben ist, lebt der Traum von einem gemeinsamen Europa und einem Ende der Euro-Krise wieder auf.
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Nicht nur Fußballfans saßen gebannt vor den Monitoren, haben mitgefiebert und gelitten. Auch die wichtigsten politischen Vertreter Europas rangen bis tief in die Nacht um Beschlüsse, Sparmaßnahmen und Wachstumspakte. In beiden Fällen muss konstatiert werden, dass Italien, auf der einen Seite in Gestalt von Stürmer Mario Balotelli und auf der anderen Seite durch Minister Mario Monti die Oberhand gegenüber der Fußball-Nationalmannschaft und der Bundeskanzlerin gehabt hat.

Während der deutsche Traum von der Europameisterschaft fürs erste gestorben ist, lebt der Traum von einem gemeinsamen Europa und einem Ende der Euro-Krise wieder auf. Lange und intensive Verhandlungen hat es in der Nacht gebraucht. Am Ende einigten sich die Regierungsvertreter auf eine Vielzahl von Schritten um den angeschlagenen Riesen Italien und Spanien von ihrem immensen Zinsdruck zu befreien.

Die mit großer Spannung erwartetet wordenen Eckpunkte waren: Wachstumspakt in Höhe von 120 Milliarden Euro, eine neuorganisierte Bankenaufsicht in Europa durch die EZB, der vorrangige Gläubigerstellung durch den ESM wird aufgegeben und weitere strategische Maßnahmen für eine Verringerung der Anleiherenditen von Spanien & Co..

Die Märkte diskontierten diese getroffenen Eckpunkte mit Erfolg. Schon am Morgen fielen die Renditen italienischer Staatsanleihen um 66 Basispunkte. Der Dax schoss um mehr als zwei Prozent nach oben. Bildlich ausgedruckt hat man es geschafft, Dampf aus dem Kessel zu lassen.

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Aber um welchen Preis?

Kommentare zu " Zschaber zündelt: „Wirtschaftlich ist Deutschland der Europameister“"

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  • Das Beste sind hier immer die Kommentare. Das sollte den Autoren dieser Seiten und auch dem Verlag zu denken geben. Nachhaltigkeit beim eigenen Geschäftsmodell scheint hier niemand zu interessieren. Doch leider geht das Endspiel um den Euro nicht so glimpflich aus, wie im Fußball.

  • Obwohl ich doch mittlerweile einiges an Vermoegen angespart habe bin ich nicht im allergeringsten geneigt die Finanzbranche mit Steuergeldern schuetzen zu wollen. Lieber zahle ich dafuer mit Kursverlusten oder was auch immer dass diese Bonijaeger buessen muessen. Bei genaueren Hinsehen kann man sich nichteinmal troesten, dass man irgendwie den Normalo Italiener oder Griechen geholfen hat.. nicht mal das.. gemeiner Strassenraub
    Ich war kein Anhaenger von Verschwoerungstheorien, aber was dieser Tage abgeht.. es i st nicht zu fassen...

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

    Bitte bleiben Sie sachlich.

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