Kuwaitischer Staatsfonds
Beiderseitige Absicherung

Nachdem sich der Staatsfonds von Kuwait im Westen die Finger verbrannt hat, strebt er nun eine Verdreifachung seiner Investitionen in Japan an. Der rohstoffarme Staat ist eine natürliche Absicherung für Kuwait. Umgekehrt wäre der Golf ein natürliches Ziel für einen Teil der japanischen Fremdwährungsreserven von insgesamt einer Billiarde US-Dollar.

Kuwait sucht eine japanische Absicherung. Nachdem man sich im Westen die Finger verbrannt hat, bereitet sich der Staatsfonds des Golfstaates nun Berichten zufolge darauf vor, seine Investitionen in Japan auf etwa 50 Milliarden US-Dollar zu verdreifachen, sobald ein Abkommen zur Reduzierung von Doppelbesteuerungen zwischen beiden Ländern unterzeichnet ist. Dies bedeutet, dass auf Japans Aktien- und Immobilienmärkte fast 20 Prozent der Anlagen von insgesamt 270 Milliarden US-Dollar des Staatsfonds Kuwait Investment Authority (KIA) entfallen könnten.

Wer könnte es Kuwait verdenken, wenn das Land nach Osten blickt? Die KIA hat, wie viele andere Staatsfonds, umfangreiche Vorstöße bei angeschlagenen westlichen Finanzinstitutionen gemacht - und dabei viel verloren. Der Gesamtwert ihrer Investitionen bei Citigroup und Merrill Lynch ist um zwei Drittel gefallen.

Diese Erfahrung hat Petrodollars verzweifelt nach sichereren Häfen suchen lassen. Rohstoffarme Volkswirtschaften bieten eine natürliche Absicherung. Japan, das fast seine gesamten Rohstoffe importieren muss, blüht auf, wenn die Rohstoffpreise fallen. Exakt dann also, wenn Kuwait Probleme bekommt.

Sicherlich ist Japan nicht gerade auf fremdes Geld angewiesen. Ähnlich wie Kuwait erzielt Japan einen riesigen Handelsbilanzüberschuss und hat eine starke Kultur des Sparens. Zudem erscheint Japan nicht als nahe liegende Anlagemöglichkeit. Der Aktienmarkt weist ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis auf als die Börsen der meisten anderen entwickelten Volkswirtschaften. Und das Land balanciert am Rande einer Rezession.

Dennoch bietet Japan Kuwait mehr als nur eine Absicherung gegenüber niedrigeren Ölpreisen. Nach historischen Maßstäben sind Aktien dort billig, der marktführende Nikkei-Index ist noch weit von seinem Höhepunkt im Jahr 1989 entfernt. Dies legt nahe, dass in Japan eine Rezession weniger Schaden bei Vermögenswerten anrichten kann als anderswo. Tatsächlich hat die Regierung aktiv ausländische Investoren umworben, um das Wirtschaftswachstum stimulieren zu helfen.

Kuwait und Japan könnten eine symbiotische Beziehung etablieren. Japan hat mehr als eine Billiarde US-Dollar an Fremdwährungsreserven und reichlich technologisches Fachwissen. Das Land erwägt zudem den Aufbau eines eigenen Staatsfonds. Im Gegenzug für Hilfestellung bei der Stützung der japanischen Wirtschaft könnte Kuwait mit gutem Grund eine Belohnung erwarten.

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