LBO-Kredite
Weckruf

Die an dem LBO von Alliance Boots beteiligten Banken stehen kurz davor, Kredite der Finanzierung über mindestens 2,6 Mrd. Pfund Sterling zu verkaufen. Diese Deals werden nicht mit einem Schlag den europäischen Markt für Übernahmefinanzierungen wieder ins Rollen bringen, aber sie könnten der Startfunke sein.

Der vor sich hindämmernde europäische Markt für Übernahmefinanzierungen ist aus seinem Schlaf gerissen worden. Endlich haben sich die Banken darauf geeinigt, zwei große Portionen an Krediten zu verkaufen, die für die mit Fremdkapital finanzierte Übernahme (LBO) der britischen Apothekenkette Alliance Boots durch KKR eingesetzt worden waren. Auch eine dritte Tranche könnte noch durchkommen.

Es hat zwar ein Jahr gedauert, aber jetzt sieht es ganz so aus, als könnten die acht Banken Kredite über rund 2,6 Mrd. Pfund aus dem ursprünglichen Volumen über neun Mrd. Pfund abstoßen, die für die Finanzierung des Deals eingesetzt worden waren. Ein Mezzanine-Fonds von Goldman Sachs zahlt für mehr als 600 Mill. Pfund an hinsichtlich des Zugriffs auf die Sicherheiten nachrangigen Second lien-Krediten 85 p zum Pfund in bar. Eine Gruppe von Beteiligungsgesellschaften unter der Führung von Apollo Management, Blackstone Group und TPG will sich rund zwei Mrd. Pfund an vorrangigen Term loan B-Krediten zu 91 Prozent des Nennwerts sichern. Dazu wollen ihnen die verkaufenden Banken unter die Arme greifen.

Nicht alle Banken des Konsortiums sind bereit, sich zu diesen Preisen von den Krediten zu trennen. Zu den Verweigerern gehören Barclays und UniCredit. Darin zeigt sich der generelle Unterschied, wie amerikanische und europäische Kapitalgeber an die in ihren Büchern schlummernden Verbindlichkeiten herangehen. Aber sämtliche Banken haben den Verkäufen ihren Segen erteilt und wollen bei weiteren Verhandlungen zusammenarbeiten - eine Splittergruppe von Verkäufern hätte vielleicht bei den Preisen großes Unheil angerichtet. Und, was noch wichtiger ist: Die Banken waren in der Lage, Käufer anzulocken, ohne Preisgarantien geben und ohne die gesamte Finanzierung übernehmen zu müssen.

Es stimmt schon, dass die Abschläge kräftig ausfallen. Goldman sollte zum Beispiel auf Jahresbasis eine ohne Einsatz von Fremdmitteln erzielte Rendite von mindestens 13 Prozent auf ihre Tranche erreichen, wenn man annimmt, dass Boots sie nach vier Jahren zurückzahlt. Natürlich besteht das Risiko, dass Boots nicht eher zahlt, bis die neunjährige Laufzeit des Kredits abgelaufen ist. Oder schlimmer noch: Boots könnte zu irgendeinem Zeitpunkt mit den Schuldendienst in Verzug geraten. Zwar steht das Unternehmen in den meisten Punkten jetzt gut da, aber es handelt sich um einen Einzelhändler mit einem hohen Anteil an Fremdkapital, der auf dem Höhepunkt des Zyklus gekauft worden ist.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob die Weiterverkäufe der Boots-Kredite wirklich die blockierten Übernahmefinanzierungen über 55 Mrd. Euro los eisen und in Bewegung setzen können. Zumindest ist der schlafende Riese schon einmal aus dem Schlaf geweckt worden.

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