Leere im West End
Einbruch der Hedgefonds bringt Entlastung bei den Büromieten

Vor allem in London sind die Mieten im West End im vergangenen Jahr so stark gefallen, dass Hongkong und Tokio das Viertel zum ersten Mal seit neun Jahren vom Spitzenplatz des „weltweit teuersten“ Firmensitzes verdrängen konnten. Für Immobilieninvestoren ist das weniger erfreulich, aber die wenigen, die jetzt nach Büroraum suchen, haben im aktuellen Käufermarkt gut lachen.

Die Unordnung, in die die Finanzwelt geraten ist - und hier besonders Hedgefonds -, hat die Mieten im Londoner West End so stark fallen lassen, dass Hongkong und Tokio das Viertel zum ersten Mal seit neun Jahren von seinem Spitzenplatz als "weltweit teuerster" Firmensitz verdrängt haben. Für Immobilieninvestoren ist das weniger erfreulich, aber die wenigen, die jetzt nach Büroraum suchen haben im aktuellen Käufermarkt gut lachen.

Die meisten großen Finanzzentren wurden von der Krise in Mitleidenschaft gezogen - auch Hongkong und die japanische Hauptstadt mussten nach einem Bericht von Cushman & Wakefield, der in dieser Woche veröffentlicht wurde, bei Büromieten an ersten Adressen Einbußen hinnehmen. Aber der deutlichste Mietrückgang traf Londons Mayfair-Bezirk, das beliebteste Domizil der Hedgefonds. Hier sanken die Mieten gleich um 23 Prozent.

Da ist es schon erstaunlich, dass die Mieten in Midtown New York, wo sich zahlreiche US-Hedgefonds versammeln, 2008 um 9 Prozent stiegen. Allerdings lagen die Preise mit 832 Euro pro Quadratmeter in New York zum Jahreswechsel immer noch um 25 Prozent unter den Mayfair-Mieten, selbst wenn man die Nebenkosten außer Betracht lässt.

Hinzu kommt, dass die Zahlen für Midtown Manhattan verschleiern, dass es nach einer guten ersten Jahreshälfte zu anhaltenden Mietrückgängen kam. Dabei ist es kein Zufall, dass die von den Hedgefonds verwalteten Vermögen im zweiten Quartal 2008 ihren Gipfel bei fast 2 Billionen Dollar erreichten, bevor Verluste und Mittelabzüge der Investoren sie nach Angaben von Hedge Fund Research bis zum Ende Dezember auf 1,4 Billionen Dollar zusammenschmelzen ließen.

Die großen Finanzunternehmen hat es noch schlimmer getroffen. So fielen auch die Mieten in den Bezirken der Londoner City und Canary Wharf im vergangenen Jahr deutlich - um 19 beziehungsweise 16 Prozent. Erstaunlicherweise konnten sie sich in der New Yorker Downtown einen Zuwachs um 7 Prozent erkämpfen. Aber wie in Midtown kann das genauso gut ein Zeichen dafür sein, dass die Preissteigerungen in den vergangenen Jahren in New York weitaus geringer ausfielen als in London, als auch dafür, dass der Preisverfall 2008 erst spät einsetzte.

Vielleicht sind die Mieten in London am dramatischsten gefallen, aber Büroraum ist an fast allen der 10 teuersten Lokalitäten - inklusive beispielsweise Moskau und Mumbai - 2008 billiger geworden. Die glücklichen Gewinner und gesunden Überlebenden der Finanzkrise mögen darin einen Silberstreif am Horizont sehen. Sie sollten sich jedoch Zeit lassen, ihren Vorteil daraus zu schlagen. Vor allem auf den Märkten für Büroimmobilien mit starker Präsenz des Finanzsektors könnte die weltweite Rezession im Verlauf des Jahres 2009 noch für bessere Konditionen sorgen.

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