Lehman
Stühlerücken

Die US-investmentbank Lehman Bros. hat zur Vorspeise eine neue Managementmischung serviert. Aber zum eigentlichen Menue wird in der kommenden Woche geladen, wenn das Unternehmen Einzelheiten über die Abspaltung ihrer schlechten Bank und die Auffüllung ihrer Kapitalbestände bekannt geben will.

Lehman hat zur Vorspeise eine neue Managementmischung serviert. Das Hauptgericht kommt voraussichtlich nächste Woche auf den Tisch. Dann wird das Unternehmen die Ergebnisse des dritten Quartals vorlegen und Einzelheiten über die Abspaltung einer schlechten Bank bekanntgeben, deren Bilanz mit Milliarden von Dollar illiquider Immobilienwerte gespickt ist.

In der Zwischenzeit verlässt Jeremy Isaacs, der für Europa und Asien verantwortliche Chef, das Unternehmen, nachdem im Juni die Entscheidung fiel, dass Bart McDade Nachfolger des scheidenden Vorsitzenden Dick Fuld werden soll. McDade drückt dem Unternehmen nun seinen Stempel auf, indem er für personelle Veränderungen in der Führungsetage sorgt.

Änderungen gibt es in zwei verschiedenen Managementsträngen. Die erste, durch den Weggang von Isaacs verursachte Veränderung besteht in einer neuen Doppelspitze im Europageschäft. Ricardo Banchetti und Christian Meissner, beide angesehene europäische Banker, übernehmen hier das Ruder.

Die Veränderungen im zweiten Geschäftsfeld betreffen unter anderem Andy Morton, der die Verantwortung für die Festverzinslichensparte abgibt. Er wird ebenfalls von einer neuen Doppelspitze abgelöst, die Eric Felder und Hyung Soon Lee bilden. Diese Neubesetzung auf der Brücke des Festverzinslichenschiffs erhärtet den Verdacht, dass ein Eisberg voraus liegt. Morton kann dafür allerdings kaum verantwortlich gemacht werden. Die Wetteinsätze im Immobiliengeschäft wurden lange gemacht, bevor er im Februar den Steuerstand übernahm.

Bleibt die große Frage, ob Lehman die bevorstehende Kollision übersteht, ohne zu sinken. Das Immobilienvermögen einer schlechten Bank zu überlassen und mit der guten Bank allein in den Sonnenuntergang zu segeln, ist eine gute Idee. Aber solange Lehman nicht, mal angenommen, 10 Milliarden Dollar findet, um das Kapitalloch zu stopfen, dass nach der rigorosen Trennung von den schlechten Risiken verbleibt, solange bleibt es eben nur eine Idee.

Es gibt zwei Optionen, dass notwendige Kapital aufzubringen: Die erste besteht darin, einen oder mehrere Investoren zu finden, die bereit sind, sich mit frischem Kapital bei Lehman einzukaufen. Die zweite erfordert den Verkauf des Vermögensverwaltungsgeschäfts.

Obwohl die Bank beide Möglichkeiten schon häufig diskutiert hat, scheinen die potenziellen Käufer nicht richtig anzubeißen - zumindest nicht bei den Preisen, die Lehman für akzeptabel halt. Die Käufer scheinen den feinfühligen Schluss zu ziehen, je näher Lehman dem Eisberg kommt, desto härter können sie verhandeln.

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