LVMH
Schwimmender Luxus

In schwerer wirtschaftlicher See sollte man einen sicheren Hafen suchen. LVMH steckt Geld in Mega-Yachten für Superreiche. Es ist ein kleines Geschäft, aber eine kluge Strategie. Auch wenn sich die mäßig Reichen seekrank fühlen, sollte der Verkauf von Booten zu 50 Millionen Euro das Stück eine leichte Fahrt werden.

In rauer wirtschaftlicher See sollte man sichere Häfen suchen. LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton scheint das Sprichwort wörtlich genommen zu haben. Der weltgrößte Lieferant von Luxusgütern kauft Royal van Lent, einen niederländischen Hersteller von Superyachten. Zu einem Preis von 300 Millionen Euro ist das Geschäft klein für eine Firma mit einer Marktkapitalisierung von 36 Milliarden Euro. Es ist aber eine kluge Strategie. Die moderat Reichen mögen sich seekrank fühlen, doch Boote zu 50 Millionen Euro das Stück zu verkaufen, sollte ein leichter Törn sein.

Die jüngste Botschaft von Gucci und Hermes ist, das Luxus sich noch immer verkauft. Doch die Geschäfte könnten nach weit verbreiteter Auffassung schwerer werden. Der Kernkunde von Luxusgütern, der dem Kaufrausch in 600-Dollar-Schuhen frönt, könnte die steife Brise spüren. Doch die Hyperreichen wollen noch immer eigene 40-Meter-Yachten vor Cannes festmachen. Die Auftragsbücher der Werften für solche Riesenschiffe sind bis zum Jahr 2012 gefüllt, und auf den bereits zur See fahrenden Exemplaren sind Kojen rar.

Sicher sind chinesische Verbraucher, die in der Luxusbranche das Wachstum aufrecht erhalten, nicht ganz so erpicht auf Segelyachten wie russische Oligarchen. Und die Absatz-Stückzahlen sind klein. Royal van Lent lässt nur ein Paar seiner kostbarsten Schiffe pro Jahr vom Stapel laufen. Doch das entspricht dem Verkauf von 150.000 Speedy-Handtaschen, dem Louis-Vuitton-Einsteigerprodukt. Diese Art von Produkten ist anfällig für sinkende Ausgaben der oberen Mittelklasse.

Die Luxusgüter-Titanen drängten vor zehn Jahren in den Premium-Markt für Luxusuhren. Das hat funktioniert. Bernard Arnault, der LVMH-Chef, ist nicht der einzige, der neue Möglichkeiten bei erstklassige Yachten sieht. Arnault investiert separat in eine 200-Millionen-Pfund-Werft für Superyachten in Montenegro. Hermès, die altehrwürdige große Luxusgüter-Marke, sprang am Freitag auf den Zug auf, indem eine Verbindung mit dem monegassischen Yachtbauer Wally bekannt gegeben wurde.

Das kommt Ferretti zugute, dem italienischen Yachthersteller, der sich im Teilbesitz von Permira und Candover befindet und einen Börsengang erwägt. Vor einem Jahr wäre dies vermutlich von den angekündigten Börsendebüts der Modehäuser Prada und Salvatore Ferragamo überschattet worden. In der heutigen schweren See beginnt man, im Vergleich zu den landgebundenen Rivalen wie ein sichereres Boot auszusehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%