Macquarie
Bumerang

Macquarie sieht eine Herausforderung in weiteren Rekordergebnissen. Nach den Standards der australischen Investmentbank ist das schon fast eine Gewinnwarnung. Es ist gut, dass die Bank ihre Ziele ein wenig nach unten korrigiert. Aber da sie sich auf den Einsatz von Fremdkapital und auf das Wachstum der Wirtschaft verlässt, sollten sich die Investoren darauf einstellen, dass es noch schlimmer kommen könnte.

Macquarie Group Ltd. ist also doch nicht immun. Das Gewinnwachstum der australischen Investmentbank hat sich im jüngsten Geschäftsjahr verlangsamt. Künftig Rekordergebnisse zu erzielen, könnte eine Herausforderung darstellen, wenngleich es immer noch möglich sei, sagte die Bank. Die Warnung an sich sollte keinen allzu großen Schock auslösen - immerhin ist Macquarie im Finanzsektor tätig. Die Frage ist nur, ob sie weit genug geht.

Nach und nach zeigt sich, wo die Bank anfällig ist. Sie hat bei Immobilienanlagen Abschreibungen über 293 Mill. austrDollar vorgenommen. Der Nettogewinn im Banken- und Verbriefungsgeschäft ist um 64 Prozent gesunken, was teilweise auf gestiegene Finanzierungskosten zurückzuführen ist. Die Erträge in den amerikanischen Ländern sind um 24 Prozent gefallen. Ein Kredit über 8,8 Mrd. Dollar der Schwestergesellschaft Macquarie Bank muss in den kommenden Jahren refinanziert werden. Ihr Beratungs- und Fondsmanagementgeschäft, das stark und unter großem Einsatz von Fremdkapital bei weltweiten Infrastrukturprojekten engagiert ist, könnte ins Straucheln geraten, wenn die harten Bedingungen auf den Kreditmärkten anhalten.

Ihrer Art nach unterscheiden sich die Probleme von Macquarie nicht sehr von denen anderer Finanzfirmen. Ihre Gegenspieler in den USA und in Europa haben umfangreiche Abschreibungen vorgenommen und waren wegen ihrer verhängnisvollen Kreditentscheidungen dazu gezwungen, neues Kapital zu sammeln. Was den Umfang angeht, sieht es so aus, als sei die australische Bank noch relativ gut weggekommen. Für das Geschäftsjahr per Ende März konnte sie immer noch Rekordergebnisse präsentieren. Die Stärke im asiatischen Geschäft milderte Probleme in Nord-, Mittel- und Südamerika ab. Weder musste Macquarie enorme Abschreibungen vornehmen, noch große Portionen an rettendem Kapital sammeln, noch in großem Stil Personal abbauen.

Und doch haben die Analysten kürzlich damit begonnen, ihren Enthusiasmus für Macquarie zu zügeln. In den vorhergehenden Jahren hatte die Bank Skeptiker genau so aggressiv abgetan wie sie den Profiten hinterher gejagt war. Es ist möglich, dass auch eine kritischere Überprüfung die Art rechtfertigen wird, wie die Firma mit Risiken umgegangen ist. Aber vor dem Hintergrund der immer noch tückischen globalen Finanzmärkte fragen sich einige Investoren vielleicht, ob das untypische Eingeständnis der Bank, überhaupt schwache Punkte zu haben, nicht auf Schlimmeres hindeutet.

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