Märkte
Angriff auf Uncle Sam

Könnte dies die Wende auf dem Anleihemarkt sein? Die Aufwärtsbewegung, die aufgrund der Erleichterung über den Mega-Rettungsplan von US-Finanzminister Hank Paulson über 700 Mrd. Dollar auf den Märkten eingesetzt hatte, hat kaum länger als einen Handelstag angehalten. Die ausländischen Investoren kommen vielleicht langsam darauf, dass sie Uncle Sam retten. Da Rohöl einen Tagessprung um zwölf Prozent hinlegte, Aktien, Anleihen und der Dollar aber nachgaben, könnte es ungemütlich werden.

Könnte dies die Wende auf dem Anleihemarkt sein? Die Aufwärtsbewegung, die an den Märkten aufgrund der Erleichterung über die versprochene Entsorgung des Giftmülls in der Wall Street über 700 Mrd. Dollar eingesetzt hatte, hat kaum länger als einen Handelstag angehalten. Die ausländischen Investoren kapieren vielleicht endlich, dass sie Uncle Sam retten. Da Anleihen und Aktien fallen - und Rohöl nach oben schießt -, könnte es ungemütlich werden.

Fast den ganzen Monat über waren Treasuries aufgrund der Annahme gestiegen, dass sie, mitten in der Krise, als sicherer Hafen fungierten. Aber während US-Finanzminister Hank Paulson und der Chef der amerikanischen Notenbank, Ben Bernanke, ein verblüffendes Spektrum immer weiter reichender Rettungsaktionen bewilligten, fingen die Investoren an, die Zahlen zusammenzurechnen. Abhängig davon, auf welche Weise man die Quasi-Verstaatlichung der Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac berücksichtigt, liegen die Gesamtkosten jetzt bei gut über einer Billion Dollar - und möglicherweise sogar bei mehreren Billionen Dollar.

Wenn Uncle Sam reich wäre, würde dies nicht all zu sehr ins Gewicht fallen. Aber das Defizit der Regierung klafft als Ergebnis der sich verlangsamenden Wirtschaftsentwicklung ohnehin schon weit auf. Konservativ geschätzt wird der Fehlbetrag im kommenden Jahr 450 Mrd. Dollar erreichen. Man muss nicht in Katastrophenstimmung sein, um davon auszugehen, dass die Lücke bis 2010 bei über einer Bill. Dollar liegen könnte. Darüber hinaus ist das Land als Ganzes immer noch auf Mittel aus dem Ausland angewiesen, um sein Handelsbilanzdefizit zu finanzieren. Das Leistungsbilanzminus summiert sich im Monat auf 60 Mrd. Dollar, das ergibt stolze 720 Mrd. Dollar im Jahr.

Aus der Perspektive der internationalen Investoren zeichnet sich plötzlich ein Besorgnis erregendes Bild ab. In der vergangenen Woche erhielten sie eine Rendite von nur 3,4 Prozent für zehnjährige US-Staatstitel. Selbst wenn man die Inflation wieder unter Kontrolle bekommt und sie sich um die Drei-Prozent-Marke herum bewegt, sieht das nicht nach einer großartigen Vergütung aus. Vernünftiger wären da schon Größenordnungen von fünf bis sechs Prozent. Wenn die Inflation anfängt abzuheben - und der erstaunliche Anstieg der Rohölpreise um zwölf Prozent am Montag ist kein tröstliches Omen -, dann müsste eine annehmbare Bond-Rendite sogar noch höher liegen.

In der vergangenen Woche ist der Dollar handelsgewichtet um drei Prozent gefallen, während sich zehnjährige Treasuries um vier Prozent verringert haben. Wenn man beide Zahlen zusammennimmt, dann haben ausländische Käufer Verluste über sieben Prozent erlitten. Es besteht die echte Sorge, dass alle verzweifelt Kasse machen und nur schnell durch die Tür wollen, bevor sie noch größere Einbußen hinnehmen müssen. Die Federal Reserve müsste dann vielleicht gezwungenermaßen die undankbare Aufgabe übernehmen, die Zinsen mitten in der Krise anzuheben.

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