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Manager-Vergütung: Banken mästen ihre Mitarbeiter

Die Aktionäre vieler Banken fühlen sich zu Recht benachteiligt. Selbst Finanzfirmen, die gute Gewinne einfahren, senken den Dividenden-Anteil, während sie ihr Kapital stärken. Die Angestellten müssen bei ihrer Vergütung nur sehr viel geringere Einschnitte hinnehmen. Das scheint nicht fair zu sein.

von George Hay und Edward Hadas (breakingviews.com)

Bei den Banken wird zwar der Dividendensatz gesenkt, nicht aber der Mitarbeiteranteil an den Gewinnen der Institute. Das ist falsch, lässt sich aber schwer ändern, wenn nicht die Regierungen als mächtigste Interessensgruppe der Banken eine Entscheidung erzwingen. Die zuständigen Behörden scheint es allerdings nicht zu kümmern, den Aktionären zu einem gerechten Anteil zu verhelfen.

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Mitarbeiter und Aktionäre mögen zwar gleichermaßen Anspruchsberechtigte der Banken sein, aber die Angestellten haben dabei eindeutig die Oberhand. Ihre Vergütung - bei Investmentbanken beläuft sich dieser Posten üblicherweise auf etwa 50 Prozent der Nettoeinnahmen - wird zuerst beiseite gelegt. Neue aufsichtsrechtliche Vorschriften für die zeitliche Verschiebung der Auszahlung von Boni und mögliche Rückforderungen der Leistungsprämien ändern im Grunde nichts daran, dass die Mitarbeiter Priorität haben: Die versprochenen Zahlungen müssen als Verbindlichkeit gegenüber der Belegschaft abgerechnet werden.

Andere Anspruchsstellen - die Regierung, Zulieferer und diejenigen, die Kapital bereitstellen - kämpfen um das, was übrig bleibt. Und das ist für die Aktionäre neuerdings nur noch sehr wenig. Einigen Banken wie der britischen Royal Bank of Scotland und der Commerzbank wird es von ihren staatlichen Meistern für ein oder zwei Jahre nicht gestattet werden, Dividenden zu zahlen - selbst wenn sie könnten. Andere, wie die niederländische ING, werden dazu angehalten, Ausschüttungen an die Aktionäre zu vermeiden, bis sie sich diese wirklich leisten können.

Selbst wenn Geld vorhanden ist, das man den Aktionären gut schreiben könnte, behalten viele Banken die Mittel lieber im eigenen Haus. So haben zum Beispiel die französische Société Générale und die britische Barclays beide mitgeteilt, dass ihr künftiger Dividendensatz unter das vor der Krise verzeichnete Niveau fallen wird - im Fall von Barclays sogar "beträchtlich".

Theoretisch könnten die Banken zu dem Schluss kommen, dass die Aktionäre zu stark und die Mitarbeiter zu wenig leiden müssen. Kapital ließe sich aufbauen, indem man den Angestellten eine geringere Portion am Kuchen zuteilt. Aber in der Praxis wird jedes Institut, das das Vergütungsniveau absenkt, maßgebliche Mitarbeiter an arbeitnehmerfreundlichere Konkurrenten verlieren.

Die Regierungen könnten hier für fairere Bedingungen sorgen. Als Aufsichtsbehörde, Retter und Mittelbeschaffer in einem verfügen sie über weitgehende Handlungsfreiheit. Die Banken könnten sich einem starken Druck seitens der Behörden nicht widersetzen, den Mitarbeiteranteil an den Einnahmen zu verringern.

Aber während die Behörden zwar an der Umstrukturierung der Boni gearbeitet haben und sich lautstark über die Vergütung der Banker ausgelassen haben, waren sie auffallend zögerlich, wenn es darum ging, die Mitarbeiter stärker in die Pflicht zu nehmen. Das passt nicht recht zusammen.

Wenn Banken Kapital brauchen, dann ist es sinnvoll, denjenigen, die das Kapital bereitstellen, eine höhere Entlohnung dafür anzubieten. Das bedeutet, so schnell wie möglich höhere Dividenden zu zahlen. Und höhere Gehälter für die Banker führen zu höheren Kosten für die Kunden. Und dies wiederum bedeutet letztendlich, dass eine Interessensgruppe der Banken in Mitleidenschaft gezogen wird, die die Politiker in allen Ehren halten sollten - die Öffentlichkeit.

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