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Managergehälter: Aufsicht für Boni

Anreize beeinflussen das Verhalten. Daher sollten die Bankregulierer auch die Vergütungsgepflogenheiten der Kreditinstitute unter die Lupe nehmen. Das könnte die Banken dazu ermutigen, sich selbst Zurückhaltung aufzuerlegen - und wenn sie dies nicht tun, haben die Prüfer mehr Schlagkraft.

von Robert Cyran (breakingviews.com)

Die US-Notenbank denkt laut einem Artikel im "Wall Street Journal" darüber nach, den Bankkontrolleuren mehr Einfluss in punkto Vergütung einzuräumen, als einige Beobachter erwartet hatten. Dazu zählt die Befugnis, Gehaltspakete abzulehnen, die ihrer Meinung nach das Eingehen zu großer Risiken fördern würden. Es wäre nicht logisch oder gar ratsam, wenn die Branchenwächter Dollar-Grenzen bei der Vergütung ziehen würden. Aber sich dafür zu interessieren, wie umfangreiche Zahlungen strukturiert sind, ist sinnvoll.

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Während der jüngsten Krise hatten Schwachstellen in der Vergütungspolitik zu den Problemen bei vielen Finanzinstituten beigetragen. In der Hypothekenabteilung wurden die Angestellten dafür bezahlt, dubiose Kredite hervorzubringen. Banker erhielten Geld dafür, weitaus zu komplizierte strukturierte Investmentvehikel aus zweifelhaften Sicherheiten zu schaffen. Da Händler ausschließlich für ihre kurzfristige Leistung belohnt wurden, konnten sich diejenigen auf Kosten ihres Arbeitgebers die Taschen füllen, die große Risiken einfach ignorierten, so dass die Steuerzahler die Scherben aufsammeln mussten, als die Wetten letztendlich schief gingen.

Die Vergütung zu einem klar definierten und wichtigen Schwerpunkt der Aufsicht zu machen, hat mindestens zwei Vorteile. Zum einen werden die Banken dadurch ermutigt, ihre eigenen Vorgehensweisen zu zügeln. Wenn ein Unternehmen weiß, dass sich die Regulierer auf hohe Gehaltszahlungen einschießen, besonders wenn diese mit Strukturen verbunden sind, die längerfristige Risiken nicht berücksichtigen, dann könnten die Chefs von selbst die Boni in Schranken halten, statt die Missbilligung der Aufsichtsbehörden zu riskieren. Damit würden sich bessere Zahlungsstrukturen, wie die Verteilung großer Summen über mehrere Jahre hinweg und die Einführung von Rückforderungsklauseln bei Fehlleistungen, wahrscheinlich schneller umsetzen lassen.

Es ist sogar denkbar, dass die Überprüfung durch die Finanzaufsicht die Institute, die für das System am relevantesten sind, dazu veranlassen könnte, die Vergütung insgesamt zurückzufahren und riskante Aktivitäten zu verringern. Die betroffenen Mitarbeiter müssten sich dann nach saftigeren Weiden umsehen - bei weniger stark kontrollierten Firmen, die zum Scheitern nicht zu groß sind.

Zweitens: Wenn die Branchenaufseher spezifisch damit betraut werden, sich die Vergütungsstrukturen anzusehen, wird es für die Kreditinstitute sehr viel schwer, ihnen zu sagen, dies ginge sie nichts an - so wie sie dies vielleicht in der Vergangenheit praktiziert haben. Ja, das Interesse der Prüfer sollte sich auf die Struktur, nicht auf die Höhe der Bezahlung richten. Mit diesem Vorbehalt sollte sich die Fed ihren Amtskollegen in Europa anschließen und die Vergütung in ihre Prüfliste aufnehmen.

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