Marktbarometer
Trend zum blassen Hellgrün

Der „Green Shoots Spotter”, das Konjunkturbarometer von Breaking Views.com, gab in der vergangenen Woche nach, blieb aber weiter in Zone 2, die langsam nachlassende Probleme signalisiert. Der IWF sieht Hinweise auf ein Ende der Rezession, bei allerdings noch steigenden Verlusten und fortgesetzten Problemen auf dem Arbeitsmarkt. Die schwierigen Zeiten sind noch nicht vorbei.
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Die Wirtschaftsnachrichten verlieren weiter ihre Schrecken, aber die Hoffnungsschimmer haben im Vergleich zum vergangenen Monat inzwischen schon wieder an Überzeugungskraft verloren. Der „Green Shoots Spotter“ (GSS) von Breaking Views rutschte in der zurückliegenden Woche von 2,0 auf 1,9 zurück. Damit liegt das Konjunkturbarometer zwar deutlich über der schwächsten Stufe “immer noch gravierende Probleme”, aber eben auch noch weit entfernt vom nächsthöheren Rang „nicht nur langsam stabiler, sondern stabil“. Der GSS tritt mehr oder weniger auf der gleichen Stelle, von der er vor 11 Wochen an den Start ging.

Der Internationale Währungsfonds sieht die Welt vor dem Ende der Rezession, aber noch immer durch starke Nachwehen belastet. Sowohl der amerikanische Bundesstaat Kalifornien als auch der Finanzdienstleister CIT schlitterten vergangene Woche auf die Zahlungsunfähigkeit zu und der US-Autozulieferer Lear musste Schutz unter dem amerikanischen Konkursparagraphen Chapter 11 suchen. Zu viele Immobilien stehen leer und auch die Turbulenzen auf dem Arbeitsmarkt sind noch nicht überstanden.

Aber die schlimmsten Ängste sind besiegt und Investoren müssen sich nicht mehr fragen, ob sie die nächste „Große Depression“ erleben. Mit Blick auf die vergangenen Monate lautet die Antwort:” nein, wir befinden uns nur in einer sehr tiefen Rezession“. Tief ist sie allerdings wirklich. Und auch wenn die Erholung naht, so deuten die Indikatoren doch auf eine langsame und schwache Aufwärtsbewegung.

Immer noch schwerwiegende Probleme (1 auf der GSS-Skala)

Die Zahlungsrückstände auf US-amerikanische Kreditkartenschulden und Eigenheimdarlehen erreichten im ersten Quartal einen neuen Rekordstand. (7. Juli)

Die Weltnachfrage nach Rohöl wird sich nach Angaben der OPEC erst in 5 Jahre soweit erholt haben, dass sie wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht. (8. Juli)

Die Regierungschefs der G8-Länder sehen nach wie vor “erhebliche Risiken” für die Weltwirtschaft und gehen davon aus, dass weitere Hilfen notwendig sein werden. (8. Juli)

Die Sorgen um den europäischen Bankensektor sind laut Bank of New York Mellon auf das höchste Niveau seit März gestiegen. (9. Juli)

Der US-Einlagensicherungsfonds FDIC sträubt sich, der CIT-Gruppe mit Mitteln aus seinem temporären Liquiditätsfonds (Temporary Liquidity Guarantee Program) unter die Arme zu greifen, weil die Kreditqualität des Finanzdienstleisters sinkt. (10. Juli)

Allmählich nachlassende Probleme (2 auf der GSS-Skala)

Nahezu die gesamten 400 Milliarden Dollar, die in strukturierten Investmentprodukten (SIVs) steckten –den komplexen Kreditprodukten, die am härtesten von der Krise betroffen waren – sind nach Angaben von Fitch Ratings inzwischen abgewickelt. (7. Juli)

Der US-Index des nicht-produzierenden Gewerbes stieg von 44 Prozent im Mai auf 47 im Juni. Damit schrumpft die Wirtschaftsaktivität in den nicht-produzierenden Wirtschaftszweigen zwar den neunten Monat in Folge, der Rückgang lässt aber nach. (7. Juli)

Die Zahl der US-Arbeitnehmer, die Arbeitslosenunterstützung beantragen, sank auf den niedrigsten Stand seit Januar. (9. Juli)

General Motors kann nach nur 40 Tagen das Konkursverfahren hinter sich lassen. (10. Juli)

Die US-amerikanische Federal Reserve gab am Freitag bekannt, dass der Finanzmarkt sich soweit erholt habe, dass die Nachfrage nach Unterstützung aus den verschiedenen Hilfsprogrammen inzwischen schon wieder rückläufig ist. (10. Juli)

Nicht nur langsam stabiler, sondern stabil (3 auf der GSS-Skala)

Das Wall Street Journal berichtet, dass Wells Fargo eine Ausweitung seines Wertpapiergeschäfts ankündigen wird. (7. Juli)

Die größten Containerschiff-Reedereien, die die Trans-Pazifik-Routen zwischen Asien und den USA bedienen, planen nach eigenen Aussagen eine Anhebung ihrer Frachtraten und wollen laufende Verträge neu verhandeln. (8. Juli)

Der Internationale Währungsfonds sieht ein Ende der Rezession, prognostiziert aber eine schleppende Erholung und die Notwendigkeit von zusätzlichen Stützungsmaßnahmen durch die Politik. (8. Juli)

Geringes Wachstum (4 auf der GSS-Skala)

Die Auftragseingänge im produzierenden Gewerbe stiegen in Deutschland im Mai um 4,4 Prozent und damit im Monatsvergleich so stark wie schon seit fast zwei Jahren nicht mehr.

Die ersten beiden Börsengänge in China seit 10 Monaten schlossen den ersten Handelstag mit einer Kursverdopplung. (10. Juli)

Die chinesischen Exporte stiegen von Mai auf Juni um 7,5 Prozent. (10. Juli)

Schnelle Erholung (5 auf der GSS-Skala)

Die PKW-Umsätze in China stiegen im Juni um 48% über den Vorjahresstand. (9. Juli)

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