McDonalds/Starbucks: Der Bohnenkrieg

McDonalds/Starbucks
Der Bohnenkrieg

Es kann Starbucks nicht angenehm sein, wenn die größte amerikanische Fast-Food-Kette jetzt flächendeckend McFrappuccinos servieren will. Aber die Investoren haben Recht, wenn sie angesichts des Vorstoßes von McDonalds mit den Schultern zucken. Wenn Starbucks bei den Speisen neue Maßstäbe setzt, kann das Unternehmen die Herausforderung abwehren. Und in Bezug auf Atmosphäre und die Güte ihres Kaffees liegt Starbucks ohnehin vorn.

Die Spannungen im Krieg um die Kaffeebohne nehmen zu. McDonalds hat das Aroma seines Kaffees verbessert und ist seit einigen Jahren Stück für Stück auf das Territorium von Starbucks vorgerückt. Jetzt macht sich der Hamburger-Moloch bereit, das Herz der Kaffeekette aus Seattle anzugreifen. Aber allein durch das Servieren von McFrappuccinos wird sich McDonald's nicht über Nacht komplett verwandeln. Wenn überhaupt, wird von dem Vorstoß vielleicht genau der Ruck ausgehen, den Starbucks braucht, um neue Maßstäbe zu setzen und ihrem Aktienkurs wieder aufzuhelfen.

Es kann für Starbucks kaum angenehm sein, dass die größte Fast-Food-Kette Amerikas mit Kaffeebars aufwartet. Aber die Investoren scheint das kalt zu lassen. Tatsächlich sind die Aktien von Starbucks nach Bekanntgabe der Pläne von McDonalds um mehr als drei Prozent gestiegen. Eine Erklärung dafür wäre, dass die Anleger in diesen Titeln, die im vergangenen Jahr um fast 50 Prozent gesunken waren, ein gewisses Maß an Wettbewerbsdruck von Konkurrenten wie Mickey D's – ganz abgesehen von Dunkin' Donuts, die im Eifer, es Starbucks nachzutun, schon lange annehmbaren Kaffee und ihre eigene Sorte Kaffeebohnen verkauft – und andere Herausforderungen des Markts schon berücksichtigt haben.

Ein weiterer Grund für den Gleichmut der Investoren könnte sein, dass die Bedrohung durch die McBaristas, wie McDonalds seine Kaffeebars nennt, nicht so gefährlich ist, wie sie klingt. Starbucks behält einen bedeutenden Vorsprung, was die Atmosphäre und die Güte ihres Koffeins angeht. McDonalds hat zwar Schritte eingeleitet hat, um sein Image aufzupolieren, etwa durch eine etwas einfallsreichere Möblierung und durch die Einrichtung von drahtlosen Internet-Zugängen an einigen Standorten. Aber es ist und bleibt ein Schnellrestaurant. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass dort Hedge Fonds-Manager zusammenkommen, um Deals zu besprechen, oder Computer-Freaks im Web surfen, während ein riesiger Ronald McDonald aus Plastik zuschaut.

Starbucks könnte sogar die Gelegenheit beim Schopf packen, um die Latte höher zu legen. Espresso passt genau so wenig zu einem Big Mac, wie die Kultur des Kaffeetrinkens mit der bei McDonalds beliebten Parole zusammengeht, “die Fritten im Auge zu behalten“. Starbucks könnte reagieren, indem sie ihr Angebot an Speisen verbessert. Das ist ein Gebiet, auf dem sie sich eindeutig von der Hamburger-Kette absetzen kann.

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