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Medien: Tribune in den Schlagzeilen

Das Scheitern der Tribune wäre eigentlich gleich mehrere Schlagzeilen wert. Es handelt sich dabei nicht nur um den ersten Mega-Buyout, der schief geht. Der Deal um den Zeitungsverlag über zwölf Mrd. Dollar, der von Immobilienmogul Sam Zell unterstützt wurde, ist auch noch äußerst schnell gekippt.

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von Lauren Silva Laughlin und breakingviews.com

Die von dem Immobilieninvestor Sam Zell gestützte Übernahme der Tribune über zwölf Mrd. Dollar hatte von Anfang an wie ein Kraftakt ausgesehen. Und jetzt, da der Zeitungsverlag pleite ist, könnte sich der Deal als eines der unrühmlicheren Beispiele des Übernahme-Booms erweisen. Die Tribune ist nicht nur die erste, die umgekippt ist, sie scheiterte auch noch in Windeseile. Und die knifflige Struktur des Deals könnte es nun mit sich bringen, dass die Mitarbeiter wahrscheinlich mehr zu verlieren haben als Zell. Hier handelt es sich um ein abschreckendes Paradebeispiel für die Exzesse der Manie fremdfinanzierter Übernahmen.

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Gerade einmal einen Monat bevor Zell im März 2007 für die Tribune geboten hatte, war der Immobilienmogul, der sich selbst als "Grabtänzer" bezeichnet, weil er sich gern Vermögenswerte billig unter den Nagel reißt, selbst zum Ziel einer fremdfinanzierten Offerte geworden. Für seinen Immobilienbereich Equity Office Properties war die Rekordsumme von 39 Mrd. Dollar geboten worden. Er verkaufte ihn an Blackstone und legte dann sein Gebot für die Tribune vor. Der Deal war fast ausschließlich mit Fremdmitteln finanziert worden. Aber schon damals war es um die Zeitungseinnahmen nicht sonderlich gut bestellt, so dass das Vorhaben von Anfang an riskant aussah.

Aus Zells Lager verlautete, der Deal sei so clever strukturiert, dass er funktionieren würde. Darin enthalten war ein Aktienbeteiligungsprogramm für die Mitarbeiter namens Tribune Employee Stock Ownership Plan (Esop). Durch die Gestaltung der Transaktion ließen sich Kosten kürzen und sie gewährte Zell zudem eine Steuerabschirmung. Er steuerte lediglich 315 Mill. Dollar an eigenem Geld bei, sollte seine Investitionen allerdings mit der Zeit aufstocken, indem er den Esop finanzierte, wenn die Angestellten ihre Aktien verkauften.

Aber so weit kam es gar nicht. Das Unternehmen hat am Montag Gläubigerschutz gemäß Kapitel Elf der US-Konkursordnung beantragt. Seine überzogene Schuldenlast hat den 161 Jahre alten Traditionsverlag in weniger als zwei Jahren in den Abgrund gezogen.

Um fair zu bleiben, muss man sagen, dass auch andere Zeitungsverlage zu kämpfen haben. Aber die Deal-Struktur der Tribune verschlimmert die Situation. Für die Mitarbeiter stehen sowohl ihre Arbeitsplätze als auch ihre Aktienbeteiligungen auf dem Spiel, von denen sie gehofft hatten, dass sie sich als wertvoll erweisen - auch wenn noch nicht ganz klar ist, wie der Esop bei dem Insolvenzverfahren genau behandelt wird. Und auch die Banken sehen sich hohen Verlusten ausgesetzt. Dagegen wird Zell aufgrund seiner moderaten Investitionen relativ gesehen nicht allzu sehr leiden. Wenn für die Tribune tatsächlich das Grab geschaufelt wird, dann wird Zell zwar nicht gerade tanzen, aber er wird auch nicht am lautesten klagen.

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