MGM Mirage
Ein riskantes Würfelspiel

Kirk Kerkorian könnte seinen Anteil von 37 Prozent an dem Casinobetreiber MGM Mirage teilweise verkaufen, um die Gültigkeit der Bewertung einer Prüfung zu unterziehen. Doch die Investoren müssten dabei an das nicht fertig gestellte Einkaufszentrum von MGM in Las Vegas glauben – oder auf eine Erholung der Wetteinnahmen setzen. Beides ist riskant.
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Kirk Kerkorian will möglicherweise die Bewertung von MGM Mirage einer Prüfung unterziehen. Der 92jährige Investor ist der Ansicht, dass der Casinobetreiber mehr wert ist, als sich dies in seinem Aktienkurs abbildet. Kerkorian könnte deshalb jetzt nach Anlegern Ausschau halten, die seinen 37prozentigen Anteil zum Teil übernehmen. Diese Investoren müssten allerdings an das noch nicht fertig gestellte Einkaufszentrum von MGM in Las Vegas glauben oder auf eine Erholung bei den Wetteinnahmen setzen. Beides ist riskant.

Im Unterschied zu einigen Konkurrenten, die an anderen Standorten über größere Geschäfte verfügen, ist MGM stark auf Las Vegas angewiesen. Allerdings sind in den zwölf Monaten per August im Vorjahresvergleich sechs Prozent weniger Besucher in die Wüstenstadt geströmt, berichtet das Fremdenverkehrsamt von Las Vegas. Die Preise für die Hotelunterkunft sind durchschnittlich um ein Viertel gefallen.

Und MGM baut zudem gerade das CityCenter, einen Apartment- und Einkaufskomplex in Vegas, der dem Casinobetreiber zur Hälfte gehört. Das Projekt hat es Anfang des Jahres nur mit knapper Not vermeiden können, bei seinen Verbindlichkeiten in Zahlungsverzug zu geraten. Die Preise für einige Wohnungen wurden vor kurzem um 30 Prozent gesenkt.

Wie steht es also nun um die Bewertung? Nach Schätzungen von JP Morgan könnten die Casinos von MGM in Las Vegas bis 2012 jährlich ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von rund 1,2 Mrd. Dollar einbringen. Bei einem Vielfachen von neun wären sie rund 10,8 Mrd. Dollar wert. Wendet man auf Immobilien an anderen US-Standorten ein niedrigeres Vielfaches von 7,5 des Ebitda an, kommt man auf einen Wert von noch einmal drei Mrd. Dollar.

Als wertvoll könnte sich das Gemeinschaftsunternehmen der Firma in Macau erweisen. Drei von acht Immobilien des Konkurrenten Las Vegas Sands befinden sich dort. Und der Rivale wird mit dem Doppelten des Ebitda-Vielfachen von MGM bewertet. Versieht man die Immobilien von MGM in Macau mit einem 14fachen des Ebitda, dann erhält man einen Wert von vielleicht 2,2 Mrd. Dollar.

Zählt man alles zusammen, saldiert etwa 1,2 Mrd. Dollar für den Barwert der Unternehmensaufwendungen und zwölf Mrd. Dollar an Nettoverbindlichkeiten, dann sollten die Aktien rund 2,8 Mrd. Dollar wert sein, wobei das CityCenter nicht berücksichtigt ist. Und das wären wiederum etwa 2,4 Mrd. Dollar weniger als die derzeitige Marktkapitalisierung.

Zufälligerweise entspricht dieser Betrag dem frisch abgeschriebenen Buchwert von MGM für seinen Anteil am CityCenter. Dies lässt darauf schließen, dass der derzeitige Aktienkurs von MGM ziemlich fair ist. Die Investoren sollten vielleicht doch keine allzu hohen Wetten auf eine Renaissance von Las Vegas abschließen.

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