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Microsoft: Die Last des Langweilers

Microsoft will mit eigenen Läden mit den angesagten Geschäften von Apple konkurrieren. Aber da der Gigant auf Software und nicht auf coole Hardware ausgerichtet ist, wird das hart werden. Und wenn man sich für die Umsetzung des Vorhabens einen Veteranen als Strategen sucht, der 25 Jahre bei Wal-Mart gedient hat, trägt dies nicht dazu bei, das Image des langweiligen Monopolisten umzukrempeln.

von Jeff Segal und breakingviews.com
Wollte auch immer so cool sein wie Steve Jobs: Microsoft-Gründer Bill Gates Quelle: Reuters
Wollte auch immer so cool sein wie Steve Jobs: Microsoft-Gründer Bill Gates Quelle: Reuters

HB REDMOND.

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Microsoft plant, seine Waren nun ebenfalls in eigenen Läden anzubieten, um mit den angesagten Geschäften von Apple zu konkurrieren. Aber da sich der Gigant auf Software konzentriert und nicht auf coole kleine Spielzeuge wie das iPhone, wird es schwierig werden, bei den Kunden das gleiche Ausmaß an Begeisterung zu entfachen.

Man kann ohne weiteres verstehen, warum Microsoft dem Vorstoß von Apple in den Einzelhandel nacheifern will. Die rund 250 Outlets von Apple haben im vergangenen Jahr üppige Umsätze von durchschnittlich 30 Mill. Dollar pro Laden eingefahren. Und eine bessere Werbung ist kaum denkbar. Viele Apple-Stores, wie das Vorzeigegeschäft der Firma auf der New Yorker Fifth Avenue, haben sich zur Touristenattraktion gemausert.

Microsoft produziert zwar die beliebte Videospielkonsole X-Box und das Musikabspielgerät Zune, das mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Aber dabei handelt es sich im Vergleich zum Software-Geschäft des Unternehmens nur um Nebenaspekte. Unglücklicherweise ist Software einfach nicht so sexy wie Hardware - und das, was Microsoft anbietet, ist kaum aufregend genug, um eine staunende Laufkundschaft und Computer-Freaks anzuziehen, so wie das in Apple-Läden gang und gebe ist. Zudem wird das maßgebliche Betriebssystem von Microsoft größtenteils als Vorinstallation auf Computern verkauft. PCs von Herstellern wie Dell oder Hewlett-Packard zu verkaufen, könnte den Absatz der Einzelhandelsketten, wie Best Buy, in Mitleidenschaft ziehen, von denen Microsoft derzeit abhängig ist.

Zudem zeichnet sich ab, dass die Firma den Begriff "cool" nur unzureichend erfasst. Sie hat den Wal-Mart-Veteranen David Porter, der 25 Jahre lang bei der Supermarktkette gedient hat, dazu bestimmt, den Vorstoß in den Einzelhandel anzuführen. Der Retail-Chef von Apple, Ron Johnson, war zuvor bei Target, dem angesagteren Konkurrenten von Wal-Mart.

Microsoft könnte versuchen, eine andere demographische Gruppe in seine Läden zu locken als die Kundschaft, die die Apple-Stores bevölkert, und zum Magneten für PC-Käufer werden. Damit würde sich das Unternehmen in eine günstige Ausgangposition für die mit großer Spannung erwartete Einführung von Windows 7, seinem kommenden Betriebssystem, manövrieren. Aber um ähnlich erfolgreich wie Apple zu sein, wird Microsoft schon sehr hart daran arbeiten müssen, um sein Image als ödes Monopol umzukrempeln.

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