Microsoft
Oder Bill soll einfach einen Scheck ausstellen

Die Marktkapitalisierung von Microsoft ist um 43 Mrd. Dollar gesunken, seitdem der Software-Riese sein Gebot für Yahoo vorgelegt hat. Um etwas davon wieder zurückzubekommen, könnte Microsoft, statt Aktien zum Tausch anzubieten, ganz auf eine Bar-Offerte umschwenken. Die Hälfte des Deals mit Krediten zu finanzieren, würde Steuereinsparungen über rund drei Mrd. Dollar einbringen.

Steve Ballmer hat den Board von Yahoo noch nicht von den Vorzügen der Übernahme-Offerte von Microsoft überzeugen können. Der Chef des Software-Giganten war auch nicht sehr erfolgreich darin, seinen eigenen Aktionären plausibel zu machen, dass der kombinierte Bar- und Aktien-Deal sinnvoll ist. Die Marktkapitalisierung von Microsoft ist um 43 Mrd. Dollar gesunken, seitdem das Unternehmen das Gebot vorgelegt hat. Mit einer hundertprozentigen Bar-Offerte könnte Ballmer beide Seiten für sich gewinnen.

Ursprünglich hatte sich die geplante Transaktion von Microsoft einmal auf 44,6 Mrd. Dollar belaufen. Durch den Rückgang der Microsoft-Aktien ist der Wert auf 41 Mrd. Dollar gefallen. Die Firma könnte natürlich einen leichten Aufschlag bieten. Aber wenn Microsoft die ursprünglichen 44,6 Mrd. Dollar auf den Tisch legt, die Aktienkomponente herausnimmt und stattdessen eine reine Bar-Offerte vorschlägt – und diesen Teil des Deals komplett fremdfinanziert – dann könnte Ballmer seine Aktionäre mit den daraus zu erwartenden Steuerersparnissen erfreuen. Gleichermaßen ziehen die Yahoo-Aktionäre vielleicht ein Bar-Angebot vor, das ihnen eine Wette auf die Entwicklung des Microsoft-Kurses ersparen würde.

Microsoft hat derzeit keine Verbindlichkeiten. Vielmehr hat sich in der Bilanz ein erklecklicher Liquiditätsposten angesammelt. Das sieht nicht nach einer angemessenen Kapitalstruktur für ein Unternehmen aus, das über ein Fast-Monopol verfügt und einen ungeheuren Betrag an Liquidität generiert. Tatsächlich plant Microsoft bereits, Schuldtitel zu begeben, um einen umfangreichen Teil der bestehenden Bar-Komponente der Offerte zu finanzieren.

Die gesamte Akquisition über Kredite zu finanzieren, würde keine allzu großen Anstrengungen erfordern. Die zusammengelegte Firma sollte ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von über 30 Mrd. Dollar pro Jahr erwirtschaften. Die Bonitätsbewertung von Microsoft wird vermutlich nicht ganz auf “AAA” hinauslaufen, aber sie käme einem erstklassigen Rating nahe. Und es sollte auch kein Problem sein, die Schuldtitel zu platzieren, wenn man bedenkt, wie rar neue Unternehmensanleihen von hoher Qualität geworden sind.

Die Steuerersparnisse wären allerdings bedeutend. Nehmen wir einmal an, Microsoft müsste einen Kupon von 4,75 Prozent pro Jahr bezahlen – das entspricht in etwa dem ähnlicher Titel. Dann beliefen sich die jährlichen Zinszahlungen auf die zusätzlichen Verbindlichkeiten auf rund eine Mrd. Dollar. Der derzeitige Wert der zukünftigen Steuerersparnisse für die Aktionäre würde rund drei Mrd. Dollar erreichen. Das könnte helfen, um Ballmers unzufriedene Investoren zumindest ein bisschen zu versöhnen.

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