Microsoft/Seinfeld
Ohne Umarmung kein Lerneffekt

Der Softwaregigant leidet unter dem hartnäckigen Ruf ein Monopolist ohne eigene Ideen und ohne Glanz zu sein. Die Anzeigen des Konkurrenten Apple, der sich selbst als hip und Microsoft als einfallslos darstellt, treffen da fast ins Schwarze. Dass Microsoft nun ausgerechnet Jerry Seinfeld anheuert, der den Höhepunkt seiner Karriere schon vor zehn Jahren überschritt, unterstreicht das nur.

Microsoft hat ein Imageproblem. Die jüngsten Anzeigen des Konkurrenten Apple, dessen Betriebssystem Microsoft Marktanteile wegschnappt, ist da auch nicht gerade hilfreich. In den Werbespots wird Apple durch einen dünnen, selbstbewussten und eben "hippen" jungen Schauspieler repräsentiert. Microsoft wird dagegen von einem rundlichen und auf komische Art einfallslosen Darsteller mittleren Alters gespielt. Diese Anzeigen kommen der Wahrheit schon fast zu nah. Apples Produkte sind glatt, glänzend und gut designed. Microsofts Betriebssystem Vista gilt als fehleranfällig, aufgeblasen und abgeguckt. Traurig, dass Microsoft da wohl kaum auf die Hilfe des neu eingestellten Comedian Jerry Seinfeld zählen kann, der inzwischen auch in die Jahre gekommen ist.

Seinfeld ist vor allem durch seine gleichnamige Show bekannt geworden, die in den 1990er-Jahrenauf dem Fernsehsender NBC lief. Seine letzte Sendung wurde vor einem Jahrzehnt ausgestrahlt. Seitdem hat er das Rampenlicht eher gescheut. Das heißt, dass Kunden unter 30 sich kaum mit seinen Anzeigen identifizieren werden. Hinzu kommt, dass Berichten zufolge einige Spots witzige Wortgeplänkel zwischen ihm und Bill Gates enthalten sollen - eine skurrile Idee, wenn man an Gates? spröde Medienauftritte in der Vergangenheit denkt. Das ganze klingt nach einem gelungenen Rezept für eine Parodie. Solange Microsoft keine überzeugende Software auf den Markt bringt, solange werden Werbekampagnen - vor allem solch qualvolle wie diese - den Ruf des Unternehmens kaum beflügeln.

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