Microsoft stellt Yahoo Ultimatum
Das war’s Leute

Yahoo steckte den Kopf in den Sand und hoffte, das Übernahmeangebot von Microsoft möge vorüberziehen. In den zwei Monaten, die das Angebot bereits auf dem Tisch liegt, hat der Yahoo-Verwaltungsrat noch keinen vernünftigen Grund genannt, warum die Yahoo-Aktionäre allein besser dran sein sollten.

Microsoft verliert langsam die Geduld mit Yahoo. Der Verwaltungsrat des Internet-Unternehmens hoffte offensichtlich darauf, dass sich Microsofts Übernahmeangebot in Cash und Aktien, das ursprünglich einem Wert von 44,6 Milliarden Dollar entsprach, verflüchtigen werde. In den zwei Monaten, die seit dem Angebot vergangen sind, hat Yahoo keine plausible Erklärung abgegeben, warum das Unternehmen alleine besser fahren sollte. Jetzt gibt Microsoft der Yahoo-Führung drei Wochen Zeit, sich für das Angebot zu entscheiden oder zu schweigen.

Sollte Yahoo ablehnen, droht Microsoft kaum verhohlen mit einem feindlichen Übernahmeversuch – und mit einem geringeren Preis. Zugegeben, beide Seiten wirken etwas theatralisch. Microsoft klagt, es habe zwar einen begrenzten Austausch zwischen beiden Managements gegeben, aber keine entscheidenden Verhandlungen. Das klingt untertrieben, wenn man berücksichtigt, wie Yahoo hervorhebt, dass Ballmer an zwei Treffen teilgenommen hat, bei denen Integration und aufsichtsrechtliche Fragen diskutiert wurden.

Inzwischen macht Yahoo geltend, viele seiner Aktionäre seien der Meinung, das Angebot bewerte die Gruppe zu niedrig. Natürlich sind sie dieser Meinung – aber das heißt nicht, dass die Aktionäre es begrüßen würden, wenn Microsoft sich zurückzieht oder das Angebot an Wert verliert. Yahoos Aktien werden gegenwärtig zu etwa 50 Prozent über ihrem unbeeinflussten Marktwert gehandelt. Andere ernsthafte Interessenten gibt es nicht und der Wert der eigenständigen Yahoo ist zweifellos mit der schwankenden Konjunktur gesunken.

Der Konkurrent Google musste zum Beispiel zusehen, wie sein Unternehmenswert in der Zwischenzeit um nahezu 20 Prozent nachgab. Wie man es auch nach außen darstellt, Yahoos Management steht unter großem Druck, das Microsoft-Angebot anzunehmen. Sollte Microsoft sich zurückziehen, können sie sich nur an die eigene Nase fassen.

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