Milliardenabschreibungen
UBS wird moderner

Wie kommt es, dass eines der konservativsten Finanzinstitute der Welt sich in einer Situation wiederfindet, in der es vier Milliarden Dollar abschreiben muss? Die Antwort: Die Bank hat damit aufgehört, konservativ zu sein.

Wie kommt es, dass eines der konservativsten Finanzinstitute der Welt sich in einer Situation wiederfindet, in der es vier Milliarden Dollar abschreiben muss? Die Antwort: Die Bank hat damit aufgehört, konservativ zu sein.

Früher stand der Name UBS einmal für Umsicht. Dann kamen gierige Investmentbanker und verführten das Schweizer Bankhaus dazu, größere Risiken einzugehen. US-Manager wie John Costas und Ken Moelis argumentierten, UBS verpasse wegen ihrer zurückhaltenden Unternehmenskultur lukrative neue Chancen, die sich durch Hedge Fonds und den Boom in der Beteiligungsbranche eröffneten. Wenn man Zugang zu Kapital habe, so die Argumentation, sei großes Geld im Handel mit festverzinslichen Papieren, mit dem Prime Broking und kreditfinanzierten Fusionen und Übernahmen zu machen.

Mit der Zeit hat die Bank unter der Leitung des ehemaligen Chief Executive Peter Wuffli nachgegeben. Der entscheidende Moment kam 2005: Costas selbst wurden die Mittel an die Hand gegeben, Dillon Read Capital Management (DRCM) zu gründen - einen Hedge Fonds innerhalb der UBS, der das Kapital der Bank einsetzte. In der Zwischenzeit hatte Costas Nachfolger auf dem Chefposten des Investment Banking, Huw Jenkins, zahlreiche neue Mitarbeiter angeworben, um im Bereich Fixed Income zu einem der ganz großen Spieler aufzusteigen.

Die verheerenden Ergebnisse dieser Jagd nach dem schnellen Geld sind jetzt klar zu Tage getreten. DRCM ist im vergangenen Jahr geschlossen worden, aber seine Positionen sind von der UBS absorbiert worden und machen den Großteil der gerade bekanntgegebenen Abschreibungen aus. Jetzt, nachdem Costas und Jenkins gegangen sind, übernimmt der neue CEO Marcel Rohner, der vom Private Banking kam, die Leitung des Geschäfts.

Rohner kann sich wenigstens in einem Punkt glücklich schätzen: Der Vorstoß der Investmentbank auf neue Märkte war nicht so erfolgreich wie erhofft. Auch wenn der Bereich Fixed Income aufgewertet wurde, hat er den Aufstieg in die Oberliga nicht geschafft. Und noch vor zwei Monaten hatten Manager der Bank tatsächlich öffentlich erklärt, bei der Kreditvergabe an Beteiligungsgesellschaften künftig sehr viel aggressiver vorgehen zu wollen. Die Kreditkrise ist für Rohner genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen.

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