Mitsubishi
Peugeot hat es auf die Elektrotechnologie abgesehen

Der französische Autobauer Peugeot, nicht gerade ein Global Player, verhandelt mit dem angeschlagenen Mitsubishi-Konzern über eine Intensivierung ihrer Beziehungen. Nach einer weltbewegenden Kombination klingt das nicht gerade, aber die Elektrotechnologie des japanischen Unternehmens hat ihren Reiz – und Peugeot muss sehen, irgendwo globale Größenvorteile zu gewinnen.
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Der französische Autobauer Peugeot, nicht gerade ein Global Player, verhandelt mit dem angeschlagenen Mitsubishi-Konzern über eine Intensivierung ihrer Beziehungen. Nach einer weltbewegenden Kombination klingt das nicht gerade, aber die Elektrotechnologie des japanischen Unternehmens hat ihren Reiz - und Peugeot muss sehen, irgendwo globale Größenvorteile zu gewinnen.

Nach Berichten der Zeitung Nikkei ist eine Unternehmensbeteiligung an Mitsubishi zwischen 30 und 50 Prozent im Gespräch. Die Investition könnte Peugeot bis zu 3,4 Milliarden US-Dollar kosten. Diese Summe könnten die Franzosen vielleicht gerade so ohne Kapitalerhöhung aufbringen. Peugeots Schulden von 2,3 Milliarden Euro (3,48 Mrd. USD) entsprechen nur 55 Prozent seines 2008er Gewinns (EBITDA). Mitsubishi sitzt auf Schulden von rund 1,5 Milliarden US-Dollar.

Peugeot-Aktionäre könnten sich vielleicht über die zusätzlichen Schulden oder eine mögliche Kapitalerhöhung aufregen, aber das Unternehmen kann es sich nicht wirklich leisten, die Gelegenheit zu einem globalen Zusammenschluss verstreichen zu lassen. Als weltweit achtgrößter Autoproduzent nach Umsatz ist Peugeot wahrscheinlich zu klein, um wirklich zu florieren. Sich mit Mitsubishi zusammenzuschließen, der Nummer 15, die zudem zu den führenden Unternehmen in der Elektroauto-Technologie zählt, wäre ein Schritt in die richtige Richtung.

Abgesehen davon, ist auch der Konkurrent Renault mit seiner Beteiligung am japanischen Unternehmen Nissan gut gefahren. Und die Peugeot-Familie, die 45 Prozent der Stimmrechte kontrolliert, hat möglicherweise auch gar kein Interesse an einem Geschäft mit einem stärkeren und größeren Wettbewerber. Ihr Widerstand könnte auch dazu geführt haben, dass die Gespräche mit dem ambitionierten italienischen Autobauer Fiat ins Stocken geraten sind.

Allerdings müsste auch eine Peugeot-Mitsubishi noch ihre Hausaufgaben erledigen. Mitsubishi hat in den USA zu kämpfen und ist in Japan nur der siebtgrößte Autoproduzent. Attraktiver könnte eventuell das Emerging-Markets-Geschäft sein, vor allem, wenn Mitsubishi aus der Diesel-Techologie von Peugeot Vorteile ziehen kann. Mit der Zeit könnten sich aus der Kombination der beiden Unternehmen signifikante Einsparpotenziale bei der Produktentwicklung ergeben.

Peugeot muss sich aus der Abhängigkeit von den europäischen Märkten lösen. Mitsubishi bietet dazu eine Gelegenheit. Der Weg bis zum Ziel ist allerdings noch weit.

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