Mobilfunkriese
Für Vodafone geht es aufwärts

Die organischen Einnahmen von Vodafone sind im ersten Quartal um zwei Prozent gefallen. Für ein Unternehmen mitten in der Rezession ist das gar nicht schlecht. Bei einer geringen Bewertung, einer guten Beschaffung von Barmitteln und einer Dividendenrendite von 6,5 Prozent haben die Aktien Spielraum für eine weitere Erholung.
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Vodafone mag im ersten Quartal zwar einen zugrunde liegenden Rückgang bei den Einnahmen um zwei Prozent verbucht haben. Aber für ein Unternehmen mitten in einer ausgeprägten Rezession ist dies gar nicht schlecht. Bei einer geringen Bewertung, einer guten Beschaffung von Barmitteln und einer großzügigen Dividendenrendite haben die Aktien des Mobilfunkriesen Spielraum, um sich weiter zu verbessern.

Die Ergebnisse von Vodafone haben den Markterwartungen ganz genau entsprochen. Die Einnahmen in Mittel- und Westeuropa sind beträchtlich geschrumpft. Dagegen sorgte ein eindrucksvolles Wachstum auf den aufstrebenden Märkten, angeführt von der Goldmine Indien, weiterhin für einen Ausgleich. Allerdings ist und bleibt das schwache Geschäft in der Türkei eine große Belastung. Die Aussichten für das Gesamtjahr wurden bestätigt.

Ganz in Sicherheit ist Vodafone allerdings noch nicht. Viele Analysten gehen davon aus, dass die Mobilfunknutzung eng mit der Arbeitsmarktsituation zusammenhängt. Da die Zahl der Arbeitslosen auf vielen der Märkte von Vodafone immer noch nach oben geht - und lange hoch bleiben dürfte -, muss das Unternehmen wahrscheinlich eine ganze Zeit lang durchhalten, bis die zugrunde liegenden Einnahmen wieder zu steigen beginnen.

Aber manchmal sind keine Nachrichten die wirklich guten Nachrichten. Bei dem Mobilfunkbetreiber bilden sich bisher noch keine ausgeprägten Anzeichen für eine unerwartete Schwäche oder Marktverschlechterung heraus. Für die Investoren, die mit ansehen mussten, wie Vodafone in diesem Jahr 20 Prozent seines Marktwerts eingebüßt hat, stellt dies eindeutig eine Erleichterung dar.

Angesichts der stabilen Unternehmensprognosen ist es jetzt möglich, sich auf die positiven Aspekte der Vodafone-Aktie zu konzentrieren. Zunächst einmal wäre da ihre niedrige Bewertung. Sie liegt bei etwa dem Siebenfachen der künftigen Ergebnisse - ein erheblicher Abschlag gegenüber dem Markt.

Ein weiterer positiver Punkt ist die Beschaffung von Barmitteln. Im Berichtsquartal lag der freie Cash Flow bei 1,9 Mrd. Pfund Sterling, dies entspricht einem Plus um 21 Prozent. Damit ist das Unternehmen auf einem guten Weg, bis zum Geschäftsjahresende sein Ziel von sechs bis 6,5 Mrd. Pfund zu erreichen. Und wenn Verizon Wireless, das US-Joint Venture von Vodafone, beginnt, Dividenden an Vodafone zurückzuleiten, wird sogar noch mehr Cash in seinem Geldsäckel landen.

Der Cash Flow wiederum stützt die Dividende des Unternehmens solide ab. Die derzeitige Rendite von 6,5 Prozent sieht vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen besonders attraktiv aus.

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