Morgan Stanley
Fester Boden

John Mack muss Kompromisse eingehen, um den Rettungsring aus Japan zu erhaschen. Der Chef von Morgan Stanley wird aber vielleicht noch mehr brauchen: Kredite von Mitsubishi UFG oder möglicherweise gar Cash von der US-Regierung. Aber der Deal stellt seine Glaubwürdigkeit wieder her und könnte, unterstützt durch zunehmende staatliche Interventionen, einen Wendepunkt markieren.

John Mack, der Chef von Morgan Stanley, musste Kompromisse eingehen, um sich neues Kapital über neun Mrd. Dollar von der Mitsubishi UFG (MUFG) zu sichern. Und Mack braucht vielleicht noch mehr: Kredite von der japanischen Bank oder gar Cash von der US-Regierung. Aber der Abschluss stellt seine Glaubwürdigkeit wieder her und könnte einen Wendepunkt markieren.

Vor ein paar Wochen schien der Chef der ehemaligen Investmentbank eine Kapitalspritze zu Konditionen ausgehandelt zu haben, die denen überlegen waren, die der Konkurrent Goldman Sachs für seine eigene Kapitalzufuhr mit dem milliardenschweren Investor Warren Buffett vereinbart hatte. Unglücklicherweise waren die Aktien von Morgan Stanley, bevor die Transaktion abgeschlossen werden konnte, um mehr als die Hälfte gefallen.

Die MUFG schuldete es ihren eigenen Aktionären, eine Nachbesserung zu erwirken. Und Mack brauchte das Geld - nicht nur für die robuste Kernkapitalquote von 15,5 Prozent, die die Transaktion seiner Firma verleihen soll, sondern auch weil sich bei einem Ausbleiben die Skepsis der Investoren, die zu den Abschlägen beim Kurs der Morgan Stanley-Aktien geführt hatte, vielleicht weiter verdichtet hätte.

Der Deal ist jetzt so umstrukturiert worden, dass sich die Investition der japanischen Firma als Ganze in Form von Vorzugsaktien mit einer Dividende von zehn Prozent gestaltet. Davon sind 7,8 Mrd. Dollar zu 25,25 Dollar je Aktie in Stammaktien wandelbar, was einem Anteil von 21 Prozent an der US-Bank entspricht.

Auch wenn die Anleger von Morgan Stanley anfänglich laut gejubelt haben, könnte die MUFG-Investition noch nicht das Ende sein. Kolportiert wurde, die japanische Bank könnte Morgan Stanley mit einer großen Kreditlinie ausstatten, um deren Bilanz weniger anfällig für kurzfristigen Druck zu machen. Auch Cash von der US-Regierung, als Teil des Rettungsplans des US-Finanzministeriums, um den Finanzsektor zu stützen, steht nicht außer Frage. Tatsächlich könnten Zusicherungen, dass eine jegliche Liquiditätsspritze seitens des US-Treasury bei der MUFG nicht zu einer Verwässerung führt, dazu beigetragen haben, dass Mack seinen Deal überhaupt durchziehen konnte.

Zudem hatte die Marktintervention durch Regierungen auf der ganzen Welt über das Wochenende an Tempo zugelegt. Die europäischen Regierungsspitzen hatten Gegenmaßnahmen in Aussicht gestellt und Großbritannien hat am Montagmorgen Investitionen in Banken in die Tat umgesetzt. Alle diese Schritte haben die Aktien im US-Bankensektor beflügelt, wobei die Investoren darauf hoffen, dass sie ausreichen, um den Verfall des globalen Bankenbereichs aufzuhalten.

Dies sollte Morgan Stanley generell stützen, zusätzlich zu den speziellen Vorteilen, die der MUFG-Deal bringt. Die Märkte bleiben äußerst instabil. Aber es besteht die Chance, dass Mack sich eines Tages an den Columbus Day 2008 als das Datum zurückerinnern kann, an dem seine Firma, wie damals der Entdecker, wieder festen Boden unter den Füßen gespürt hat.

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