Motorola
Bitte Münzen nachwerfen

Der Bereich Mobile Geräte von Motorola hat im vergangenen Jahr fast die Hälfte seines Marktanteils verloren. Die Ergebnisse im zweiten Quartal dürften einen weiteren Rückgang aufzeigen. Wenn der Erosionsprozess nicht bald gestoppt wird, könnte die Ausgliederung der Abteilung in Gefahr geraten.

Die Aussichten auf eine Erholung im Bereich Mobile Geräte von Motorola verflüchtigen sich zusehends. Der Anteil der Technologiegruppe am Mobiltelefonmarkt ist im ersten Quartal dieses Jahres auf neun Prozent gefallen. Vor einem Jahr war er noch fast doppelt so groß. Die Ergebnisse für das zweite Quartal, die in dieser Woche vorgestellt werden sollen, dürften miserabel ausfallen, wenn man den Kommentaren der Konkurrenz Glauben schenken darf. Wenn der Erosionsprozess des Bereichs nicht bald gestoppt wird, könnte seine für das kommende Jahr geplante Ausgliederung in Gefahr geraten.

Für die Ausgliederung muss eine Reihe von Kriterien erfüllt werden. Zunächst einmal müssen durch die Trennung Werte geschaffen werden. Hier scheint der Fall ziemlich klar zu sein. Schließlich gehen die meisten Analysten davon aus, dass der Markt dem Handset-Bereich einen negativen Wert beimisst, wenn Motorola auf der Basis der Summe der Teile analysiert wird. Darüber hinaus bezieht die Abteilung von anderen Motorola-Bereichen nur minimale Kostenvorteile. Und eine Abtrennung könnte dazu beitragen, die Division effizienter zu machen.

Schwieriger zu beantworten ist die Frage, ob Motorola es sich leisten kann, den Bereich finanziell so stark auszustatten, dass er auf eigenen Beinen stehen kann. Das Unternehmen muss erst noch genau festlegen, wie ihre liquiden Mittel über netto 3,5 Mrd. Dollar aufgeteilt werden sollen. Aber da das Handset-Geschäft rückläufig ist, könnte es selbst dann noch nicht reichen, wenn sie den Großteil dieser Liquidität einstreichen könnten.

Im ersten Quartal allein entstand Motorola aus dem Bereich Mobile Geräte ein Betriebsverlust über 400 Mill. Dollar. Für das Gesamtjahr gehen die Analysten davon aus, dass das gesamte Unternehmen einen Betriebsverlust erleiden wird. Nimmt man die Investitionsausgaben und die Dividende noch hinzu, dann sieht es so aus, als ob Motorola bis zum Ende dieses Jahres eine Milliarde aus ihrem Bar-Vorrat verbrennen wird. Und es könnte noch mehr werden, wenn sich die Bedingungen verschlechtern.

Die anderen Geschäftszweige von Motorola - wie etwa Set-Top-Boxen und Kommunikationsausrüstungen für die Regierung - bringen Bares ein. Aber es wäre vielleicht nicht klug, diese Bereiche mit Schulden zu beladen, um bei den Handsets für ein größeres Polster zu sorgen. In einer Rezession könnten ihre Cash Flows anfällig sein.

Sicher, es gibt auch noch andere Wege, sich Cash zu besorgen. Das Unternehmen könnte immer noch Teile anderer Geschäftsbereiche verkaufen. Die Umstrukturierung der Division Home & Networks in drei Einheiten könnte ein vorsichtiger Schritt in diese Richtung sein. Aber der beste Weg, um den Bargeldabfluss zu stoppen, wäre es, wenn Motorola ein paar angesagte neue Telefone auf den Markt bringen würde - und zwar bald.

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