Motorola
Trink ruhig!

Der Spitzenposten bei Motorola dürfte bei manchen das Bild eines Schierlingsbechers heraufbeschwören. Der Umsatz schrumpft, die Handys sehen langweilig aus, im Hintergrund lauert der Großaktionär Carl Icahn und neue Konkurrenten wie Apple und Google bauen sich drohend auf. Man kann sich also leicht vorstellen, wie der designierte Chief Executive der Mobilfunk- und Technologiegruppe, Greg Brown, bald von vorhersehbaren Krisen in unvorhergesehene tappt. Aber das muss nicht so kommen.

Der Spitzenposten bei Motorola dürfte bei manchen das Bild eines Schierlingsbechers heraufbeschwören. Der Umsatz schrumpft, die Handys sehen langweilig aus, im Hintergrund lauert der Großaktionär Carl Icahn und neue Konkurrenten wie Apple und Google bauen sich drohend auf. Man kann sich also leicht vorstellen, wie der designierte Chief Executive der Mobilfunk- und Technologiegruppe, Greg Brown, bald von vorhersehbaren Krisen in unvorhergesehene tappt. Aber das muss nicht so kommen.

Brown genießt den Luxus, dass niedrige Erwartungen an ihn gestellt werden. Das Problem von Motorola ist, dass ihre Handys nicht mehr angesagt sind. Die Mühen des Konkurrenten Nokia haben zwar gezeigt, dass Handy-Unternehmen wieder in Schwung kommen können - aber das braucht Zeit.

Natürlich ist Icahn nicht dafür bekannt, lange auf seine finanzielle Genugtuung zu warten. Aber seine Niederlage im Kampf um Aktionärsstimmen im Verlauf des Jahres hat ihm zumindest teilweise die Giftzähne gezogen. Die Investoren hatten seine Idee, den Aktionären Bares zurückzuzahlen, nicht unterstützt. Sie hatten sich auf die Seite von Chief Executive Zander gestellt, obwohl dieser selbst damals schon unbeliebt war. Sie werden Brown vermutlich Zeit geben, seine Pläne vorzustellen und erst einmal abwarten, wie sie sich entwickeln.

Icahns Anstrengungen weisen auf einen anderen Faktor hin, der sich positiv für Brown erweisen könnte. Die Bilanz von Motorola weist am Anfang des Weihnachtsgeschäfts – gewöhnlich die profitabelste Jahreszeit für Elektronikunternehmen – liquide Mittel von netto mehr als vier Mrd. Dollar auf. Dieser Vorrat gibt ihm Zeit.

Und Zeit könnte eine wichtige Rolle spielen. Motorola hat eine lange Geschichte von Überraschungscoups. Zum Beispiel hat Zander von dem überaus erfolgreichen Handy-Modell Razr profitiert, das kurz nach seinem Amtsantritt auf den Markt gebracht worden war. Dem durchschlagenden Erfolg von Razr hatte es Zander zu verdanken, dass er kurzzeitig wie ein Genie aussah. Auf einen solch glücklichen Zufall kann Brown vielleicht nicht setzen. Aber die ihm gewährte Gnadenfrist könnte ihm reichen, sein eigenes Glück zu schmieden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%