Nachfolger gesucht
BP: Wer will auf den heißen Stuhl?

Der angebliche Rückzug von Paul Skinner aus dem Rennen um das Amt des Chairman von BP sollte keinen allzu großen Rückschlag für den Erdölriesen darstellen. Eine gründliche internationale Kandidatensuche hätte mehr als eine Alternative zu dem unter Beschuss geratenen Chairman von Rio Tinto hervorgebracht. Hier sind einige Namen.

BP hat fast zwei Jahre damit zugebracht, um den für dieses Frühjahr geplanten Abgang von Peter Sutherland vorzubereiten. Aber es wird immer wahrscheinlicher, dass der Chairman des britischen Erdölriesen noch mindestens bis zum Sommer bei der Firma bleibt. Wie schwer kann es sein, einen geeigneten Kandidaten zu finden, der in Sutherlands Fußstapfen tritt?

Paul Skinner, Chairman der Minengesellschaft Rio Tinto und Top-Favorit, um Sutherland nachzufolgen, hat sich angeblich aus dem Rennen zurückgezogen. Er scheint seine Position als Kandidat verhängnisvoll geschwächt zu haben, indem er die Rekapitalisierungsbemühungen von Rio Tinto so miserabel gehandhabt hat.

Aber BP sollte über eine ordentliche Auswahl an passenden Alternativen verfügen können. Sicher, die Aufgabe ist nicht leicht. Ein erfolgreicher Kandidat muss ein Stratege sein, der den Board lenken kann, während dieser maßgebliche Entscheidungen über den künftigen Kurs von BP trifft. Gleichzeitig muss er Politikerqualitäten haben - er muss genau so entspannt in der Gesellschaft von Wladimir Putin agieren wie auch mit kopflastigen Erdölanalysten umgehen können. Und er muss sein Amt unbelastet antreten. Das schließt eine ganze Reihe von Board-Mitgliedern in gehobener Position bei Banken aus, die in Schwierigkeiten geraten sind.

BP mag zwar in Großbritannien beheimatet sein, aber es handelt sich um eine internationale Firma, die auf einen globalen Talentpool zurückgreifen kann, um einen Nachfolger für Sutherland herauszufischen. Wie wäre es mit einem Bewerber aus Amerika, wo BP umfangreiche Geschäfte macht? Dort sind einige Ex-Ölbosse zu finden, wie etwa Lee Raymond, der sechs Jahre lang bei ExxonMobil den Vorsitz führte, wenngleich er damit vielleicht in den Ruf kommt, Exxon zu nahe zu stehen. Lou Noto, der ehemalige Chief Executive von Mobil, könnte ein weitere potenzieller Anwärter sein. Und aus den Reihen der europäischen Kandidaten wäre Thierry Desmarest, der Chairman von Total, der Aufgabe gewachsen; in Großbritannien käme Frank Chapman von BG in Frage.

Der Konkurrent Shell ist hier mit gutem Beispiel vorangegangen. Mit Peter Voser wird in diesem Sommer ein Schweizer das Amt des Chief Executive bei dem führenden Erdölunternehmen übernehmen. Der Shell-Chairman, Jorma Ollila, ist Finne. Wie der ebenfalls britisch-niederländische Konsumgütergigant Unilever - mit einem schwedischen Chairman und einem französischen Chief Executive - ist Royal Dutch Shell an der Spitze nun wirklich global ausgerichtet. Vielleicht wird BP diesem Beispiel folgen.

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