Nahrungsmittelhersteller
Tomatenpresse

Ein Zusammenschluss zwischen Heinz und Campbell wäre äußerst sinnvoll. Die Zukunft beider Nahrungsmittelunternehmen setzt sich aus ähnlichen Zutaten zusammen: ein langsames Umsatzwachstum und höhere Faktorpreise. Durch eine Fusion werden sie zwar nicht mehr Ketchup oder Tomatensuppe verkaufen, aber ein Zusammenschluss könnte zu saftigen Synergien führen, die für die Aktionäre heute Werte über vier Mrd. Dollar einbringen könnten.

Eigentlich ist es schwer vorstellbar, dass HJ Heinz noch mehr aus einer Tomate herauspressen kann, als der Nahrungsmittelhersteller dies ohnehin schon tut. Aber der Chief Executive des Ketchup-Königs, Bill Johnson, hatte wohl keinen Scherz im Sinn, als er Aktionären gesagt hat, dass Campbell Soup Co. „gut zu Heinz passt“.

Die Zukunft der Nahrungsmittelproduzenten, die beide Marken mit Kultstatus hervorgebracht haben, setzt sich aus ähnlichen Zutaten zusammen: Ein Umsatzzuwachs ist nur schwer zu erlangen. Der Innovation sind Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, den Absatz von Suppe oder Würzmischungen aufzupeppen. Und die Faktorpreise für sämtliche Produkte – von Tomaten über Maissirup bis hin zu den Suppendosen, die Andy Warhol berühmt gemacht hat – sind gestiegen.

Damit ist die Nahrungsmittelbranche insgesamt unter Druck geraten. Die Bruttogewinnspanne von Campbell, zum Beispiel, dürfte bis 2009 auf unter vierzig Prozent sinken nach 42 Prozent im vergangenen Jahr, schätzt Credit Suisse. In einem derartigen Umfeld sind Kostensenkungen notwendig, um das Gewinnwachstum anzukurbeln.

Das könnte klappen, wenn sich Heinz und Campbell – Konkurrenten mit einander überschneidenden Rohstoffquellen und Kundenkreisen - zu einem „Großen Tomaten-Deal“ entschließen würden. Man denke nur an die hohen Kosteneinsparungen, die durch frühere Abschlüsse in der Branche erzielt werden konnten. Als Unilever vor acht Jahren für 24 Mrd. Dollar Bestfoods gekauft hatte, peilte der Gigant Kostenreduzierungen von 750 Mill. Dollar an. Das waren rund zehn Prozent der Kosten von Bestfoods.

Wendet man dieselbe Rechnung auf die Kosten von Campbell, darunter Vertriebs-, Gemein- und Verwaltungsausgaben, über 6,5 Mrd. Dollar an, dann würden sich die Synergien auf etwa 650 Mill. Dollar belaufen. Besteuert, kapitalisiert und mit einem Abschlag versehen, der die Tatsache widerspiegelt, dass es ein paar Jahre bis zu ihrer Reife dauert, wären sie für die Aktionäre heute mindestens vier Mrd. Dollar wert.

Wenn man annimmt, dass die beiden Unternehmen zu fast demselben Marktwert von 16 Mrd. Dollar fusionierten – Heinz müsste dann einen kleinen Aufschlag zahlen, um in den Besitz der Mehrheit zu gelangen - , würde das für die Aktionäre beider Firmen Werte über fünf bis sechs Dollar schaffen. Da die Campbell-Aktien seit zwei Jahren lediglich vor sich hinköcheln, wäre dies zumindest ein Anfang, um mehr Würze in die Angelegenheit zu bringen.

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