Neuberger-Verkauf
Bumerang-Effekt

Die Beteiligungsgesellschaften Bain und Hellman haben Neuberger Berman, den früheren Asset Manager von Lehman Brothers, für 2,2 Mrd. Dollar und damit um ein Drittel billiger gekauft als noch vor ein paar Monaten veranschlagt. Der Kaufpreis lag selbst noch unter dem Betrag, den Lehman 2003 gezahlt hatte. Das hört sich nach einem echten Schnäppchen an. Aber es verheißt nichts Gutes.

Die Beteiligungsgesellschaften Bain Capital und Hellman & Friedman kaufen Vermögenswerte über 230 Mrd. Dollar von Neuberger Berman, dem Asset Management-Bereich der ehemaligen Lehman Brothers, und zahlen dafür 2,2 Mrd. Dollar. Der Kaufpreis sieht nach einem Schnäppchen aus. Das Schlechte daran ist allerdings, dass er nichts Gutes für die Bewertungen anderer Fondsmanager verheißt – die Käufer von Neuberger möglicherweise eingeschlossen.

Betrachten wir einmal die jüngsten Bewertungen von Neuberger Berman. Gerade einmal ein paar Monate ist es her, dass die Analysten den zum Verkauf stehenden Vermögenswerten einen Wert von bis zu 6,4 Mrd. Dollar bzw. rund 2,8 Prozent des verwalteten Vermögens beimaßen. Das Vielfache lag unter dem Betrag, den Lehman 2003 für Neuberger gezahlt hatte. Damals hatte die Investmentbank 2,6 Mrd. Dollar hingelegt, oder vier Prozent der Vermögenswerte von Neuberger über 64 Mrd. Dollar.

Allerdings zahlen Bain und Hellman jetzt weniger als ein Prozent der Vermögenswerte von Neuberger über 230 Mrd. Dollar – ein niedrigerer Gesamtpreis als der, den Lehman für ein Drittel der Vermögenswerte ausgegeben hatte. Vergleichbare öffentlich notierte Asset Manager, wie etwa der Anleihefondsmanager Blackrock oder der Investmentfonds T. Rowe Price, werden in der Regel bei zwei und vier Prozent ihres verwalteten Vermögens gehandelt.

Der Deal mag vielleicht wie ein Geschenk für die Private-Equity-Gesellschaften aussehen. Er könnte aber auch bedeuten, dass die Bewertungen für andere Asset Manager ebenfalls nach unten gehen werden. Der Verkauf durch die insolvente Lehman mag vielleicht zu einem Schleuderpreis erfolgt sein, aber er könnte gleichzeitig die Bewertungen für vergleichbare Unternehmen mit nach unten ziehen. Alternative Asset Manager wie Bain und Hellman & Friedman sind nicht immun – und ihr Schnäppchen könnte ihnen letztendlich auf die Füße fallen.

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