Neue Chefs
Die Ausputzer

Herb Allison und David Moffett übernehmen die Chefsessel bei Fannie Mae und Freddie Mac. Die beiden Finanzmarktexperten sollen bei den angeschlagenen Hypothekengiganten eigentlich für frischen Wind sorgen. Aber bei Fannie und Freddie hat nun die US-Regierung das Sagen. Damit bleibt für Allison und Moffett nur noch die Rolle streng überwachter Hausmeister.

Zwei Finanzmarktschwergewichte sitzen jetzt in den Chefsesseln von Fannie Mae und Freddie Mac. Herb Allison und David Moffett werden bei den angeschlagenen US-Hypothekenfinanzierern für frischen Wind sorgen und den dringend benötigten finanziellen und organisatorischen Sachverstand beisteuern.

Das ist sicher hilfreich. Die Erfahrung, die Allison in den neunziger Jahren in Führungspositionen bei Merrill Lynch und zuletzt seit fast zehn Jahren als Chairman der Investmentfirma Tiaa-Cref gesammelt hat, sollte ihm bei Fannie zu Gute kommen. Moffett seinerseits fungierte 14 Jahre lang als Finanzchef bei US Bancorp - einer der wenigen Banken, die die schlimmsten Auswirkungen der Kreditkrise umgehen konnte. Diese Aufgabe förderte seine Fähigkeiten im Kreditmanagement und in der integrierten Steuerung der Kapitalanlagen und Verbindlichkeiten, aufgrund derer er im Sommer Berichten zufolge in die engere Auswahl für den Chefposten bei Wachovia gelangt war und die sich für Freddie Mac als von unschätzbarem Wert erweisen könnten.

Das ist ja alles schön und gut. Aber die Rolle des Chief Executive bei beiden Hypothekengiganten ist empfindlich beschnitten worden: Die US-Regierung hat die Federal Housing Finance Agency quasi als Vormund mit der Fortführung der Geschäfte betraut und bestimmt damit, wo es lang geht. Die Behörde hat bereits verfügt, dass Fannie und Freddie ab 2010 ihre Bilanzen um jeweils zehn Prozent jährlich reduzieren müssen. Die zukünftige US-Regierung oder der Kongress könnten sich vielleicht sogar dazu durchringen, die Finanzierer aufzulösen.

Damit sind die Chefs auf die Funktion streng überwachter Hausmeister reduziert, die sich obendrein noch mit einer geringeren Vergütung als ihre Vorgänger zufrieden geben müssen. Dessen waren sich Allison und Moffett bewusst, als sie einwilligten einzugreifen. Aber diejenigen, die sich selbst einreden, dass diese beiden Finanzmarktchampions eine Wende des Schicksals herbeiführen können, sollten noch einmal gut darüber nachdenken.

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