Nike und Sports Direct
Just do it!

Der US-Sportbekleidungsgigant Nike will den deutlich kleineren britischen Konkurrenten Umbro übernehmen. 30 Prozent des Unternehmens gehören allerdings Sports Direct und unterliegen damit dem Einflussbereich des Gründers und Mehrheitsaktionärs Mike Ashley. Vielleicht einigen sich die Kontrahenten auf einen Deal: Nike könnte Sports Direct komplett aufkaufen.

Sports Direct hat Investoren seit seiner Emission im Februar nichts als Scherereien eingebrockt. Die Aktien haben fast 70 Prozent an Wert verloren, weil Gründer und Mehrheitsaktionär Mike Ashley Unternehmensleitung und Investoren mit Mauscheleien und seinem autokratischen Stil gleichermaßen vor den Kopf stieß. Aber der ungewöhnliche Streit mit dem 28 Milliarden Dollar schweren Sportgiganten Nike könnte Ashley die Chance geben, die Dinge wieder ins rechte Licht zu rücken.

Sports Direct besitzt etwas, das Nike haben will – einen 30-Prozent-Anteil an Umbro, dem Ausrüster der englischen Fußballnationalmannschaft. Umbro ist ein kleiner Fisch im Sportgeschäft mit einem Marktwert von gerade einmal 285 Millionen britischen Pfund, hat allerdings größeres Potenzial, vorausgesetzt England schlägt sich dauerhaft gut. Bisher hat es Ashley abgelehnt, an Nike zu verkaufen. Vielleicht aber gelingt ihm ein Coup. Als Gegenleistung für Sport Directs Anteil an Umbro könnte Nike bereit sein, das ganze Unternehmen mit geringem Aufpreis zu übernehmen.

Die Übernahme von Sports Direct könnte für Nike tatsächlich sinnvoll sein. Nike erhielte vom Fleck weg etwa 400 Ladengeschäfte. Eins davon, Londons Flaggschiff Lilywith, galt in Großbritannien als Institution, bis Sports Direct das Geschäft herunterwirtschaftete. Versehen mit neuem Glanz könnte das Geschäft zur Trophäe werden. Die anderen Shops könnte Nike verkaufen – oder sie in eigene Diskontläden verwandeln. Wie auch immer, bei einem Kaufpreis unter einer Milliarde Dollar dürfte das Geschäft kaum zur Belastung werden.

Die Verbindung zwischen Nike und Sports Direct hat zumindest einen Cheerleader: Merrill Lynch. Die Investmentbank ist Nikes Berater bei der Umbro-Übernahme. Sie ist aber auch und in erster Linie die Bank, die den Börsengang von Sports Direct begleitet hat. Ashleys Talent sich unbeliebt zu machen, hat Merrill in Verlegenheit gebracht. Die Chance, jetzt dazu beizutragen, dass Sports Direct aus dem öffentlichen Rampenlicht verschwindet, wäre ein schöner Erfolg.

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