Nomura
Törichte Streuung

Der Quartalsverlust von Nomura ist der zweite Fehlbetrag innerhalb von sechs Monaten, der durch die US-Aktivitäten verursacht wurde. Die Auslandsausflüge kommen das größte japanische Wertpapierhauses teuer zu stehen. Die Firma könnte in Japan eigentlich eine Goldgrube sein. Doch jetzt läuft sie Gefahr, ihre beherrschende Stellung auf dem Heimatmarkt zu verlieren.

Zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten hat das japanische Wertpapierhaus Nomura Holdings auf dem US-Markt einen Verlust von über 1,5 Mrd. Dollar gemacht. Trotz optimaler Performance im Heimatmarkt verliert das Unternehmen immer wieder im Ausland Geld - und gefährdet dadurch seine Vormachtstellung im Heimatmarkt. Doch auf diesen sollte Nomura das Hauptaugenmerk richten.

Nomura ist das größte Wertpapierhaus in Japan. Im jüngsten Berichtsquartal wies es einen Marktanteil von 44 Prozent bei der Emission von Dividendentiteln und aktienähnlichen Papieren sowie von 18 Prozent im Aktienhandel und von zehn Prozent im Anleihe-Handel aus.

Seit den 80er Jahren hat das Management des Brokers energisch international expandiert. Aufgrund seiner Private-Equity-Aktivitäten gehörten Nomura sogar einmal viele Pubs in Großbritannien. Doch Auslands-Engagements wie diese führten wiederholt zu Fehlbeträgen und zu Gesamtrenditen, die weit unter denen des Inlandsgeschäfts lagen. Trotzdem erklärte der neue Nomura-Chairman Kenichi Watanabe im März, das Unternehmen wolle "aggressiv Risiken eingehen". Von London aus sollten neue Finanzprodukte für die internationalen Märkte entwickelt werden.

Die meisten dieser Produkte sind relativ simpel angelegt. Man kann sie sich zueigen machen, indem man die Deals der Konkurrenten analysiert, nachbaut und sie auf die japanischen Kunden zuschneidet. Andere Instrumente, wie etwa Subprime-Hypothekendarlehen, CDOs und Kreditversicherungen, haben sich als falsch herausgestellt und sollten gemieden werden. Auf jeden Fall müsste Nomura dafür teure Auslandsbereiche aufbauen.

Die japanischen Aktionäre sind nicht gerade bekannt dafür, Aufstände gegen die Unternehmensleitung anzuzetteln. Doch sie wären gut beraten, von Nomura die Konzentration auf den Heimatmarkt zu fordern.

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