Och-Ziff
Hedge-Fonds: Besser als der Durchschnitt ist nicht genug

Besser als der Durchschnitt zu sein, reicht für Hedge Fonds nicht, um sich zu verkaufen. Nehmen wir Och-Ziff. Die Fonds des alternativen Asset Managers entwickeln sich besser als die Indizes. Gut, aber die Ergebnisse sind trotzdem furchtbar.

Die meisten alternativen Asset Manager rühmen sich, besser als der Durchschnitt zu sein. Doch dieses Argument überzeugt nicht. Nehmen wir einmal Och-Ziff. Die Fonds des Asset Managers haben sich in diesem Jahr alle besser entwickelt als die wichtigsten Marktbarometer. Das ist schön. Aber absolut gesehen, war das Ergebnis immer noch schrecklich. OZ Master, der größte Fonds von Och-Ziff, hatte per Ende Oktober um 13 Prozent seines Wertes eingebüßt. Und das verwaltete Vermögen schrumpft.

Damit stellt sich eine wichtige Frage: Was genau erwarten die Investoren von einem Hedge Fonds? Es ist theoretisch denkbar, dass viele Fonds Resultate abwerfen können, die nur begrenzt mit den Märkten in ihrer Gesamtheit zusammenhängen. Doch die Expansion der Hedge Fonds-Branche basierte weitgehend auf der zweifelhaften Hoffnung, dass viele Fonds auch stetige - und positive - absolute Renditen erwirtschaften könnten.

Doch die Realität hat die Theorie in weiten Teilen links liegen gelassen und diese Hoffnung im Oktober recht unsanft mit Füßen getreten. Fast sämtliche Fondstrategien wurden aufgrund von erzwungenen Massenverkäufen kräftig zurückgestuft. Weitere Rückkäufe im November und zum Jahresende könnten zu einer erneuten Abwärtsspirale führen.

Es scheint fast so, als ob die Investoren das ganze Modell des alternativen Asset Managements neu überdenken würden. Wenn das Beste, auf das die Anleger hoffen dürfen, nur darin besteht, die Indizes zu schlagen anstatt positive absolute Renditen einzufahren, dann werden sie vermutlich weitere Vermögenswerte aus diesen Fonds abziehen. Und langsam dämmert den Investoren auch das Illiquiditätsrisiko, das Asset Manager eingehen, um mit den Märkten nicht zusammenhängende Renditen zu liefern. All dies bedeutet, dass die hohen Gebühren der Manager sinken sollten.

Das bringt uns wieder zu Och-Ziff. Die Aktien der Firma kletterten um elf Prozent, nachdem bekannt geworden war, dass das Quartal besser als erwartet und besser als das vieler Branchenkollegen ausgefallen ist. Und um fair zu sein, hat die Gruppe ja immerhin eine beträchtliche Barmittelposition vorzuweisen, so dass Och-Ziff in der Lage sein könnte, eine mögliche Erholung zu ihrem Vorteil zu nutzen. Und doch liegen die Aktien immer noch um 85 Prozent unter ihrem Erstemissionskurs von vor einem Jahr. Vielleicht gehen die Investoren zu der Ansicht über, dass ein kontrollierter Sinkflug wertlos ist, wenn er am Schluss doch in einer Bruchlandung endet.

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