Ölgesellschaften
Die Verfolger sind Exxon auf den Fersen

Exxon galt in der Erdölbranche lange als das Vorbild für Effizienz und erfreut sich immer noch eines beträchtlichen Vorsprungs gegenüber den Konkurrenten. Doch Shell, BP und andere hoffen, den Abstand zu dem texanischen Riesen mit glaubwürdigeren Umbauplänen und einer größeren Ausgabendisziplin zu verkürzen. Es liegt noch ein weiter Weg vor ihnen.
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Exxon-Mobil galt in der Erdölbranche lange als Vorbild für Effizienz und erfreut sich immer noch eines beträchtlichen Vorsprungs gegenüber den Konkurrenten. Doch Royal Dutch Shell, BP und andere beeilen sich jetzt, den Abstand mit glaubwürdigeren Umbauplänen und einer größeren Ausgabendisziplin zu verkürzen, was sich auch in den Drittquartalsergebnissen niederschlug. Doch sie haben noch einen weiten Weg vor sich.

Der texanische Riese ist nicht immun gegen den Rückgang der Rohölpreise und verbuchte einen Gewinnrückgang im Berichtsquartal um 68 Prozent. Auch wenn die gesamten Kosten gegenüber dem zweiten Quartal um neun Prozent gestiegen sind, wurden sie dennoch im bisherigen Jahresverlauf um 40 Prozent gedrückt. Dadurch kann das Unternehmen, wie üblich, weiterhin in neue Projekte investieren, und zwar ohne Rücksicht auf den Ölpreis und auch, wenn andere den Rotstift ansetzen.

Der Investitionsaufwand verharrte auf dem Niveau des zweiten Quartals und Exxon geht davon aus, dass die Ausgaben für das Gesamtjahr in etwa auf Vorjahreshöhe bleiben. Gleichzeitig setzt die Gruppe ihren Aktienrückkaufsplan weiter um, der in der Branche einzigartig ist.

Damit befindet sich Exxon in einer beneidenswerten Lage, und das ist auch der Konkurrenz nicht entgangen. Royal Dutch Shell unterzieht sich jetzt selbst einer Diät und hat bisher in diesem Jahr die Betriebskosten um eine Mrd. Dollar verringert. Dies hat zu einem fünfprozentigen Rückgang auf Gebieten wie Produktion und Fertigung, oder Verkauf und Verwaltung geführt.

Die in Houston ansässige Conoco-Phillips hat ebenfalls Pläne angekündigt, einige Vermögenswerte zu entflechten und die Investitionen im kommenden Jahr um 12,5 Prozent zu drosseln. Zudem ist es dem Unternehmen gelungen, die Betriebskosten im bisherigen Jahresverlauf um 14 Prozent zurückzufahren. Anfang der Woche hatte BP besser als erwartet ausgefallene Ergebnisse präsentiert und hob das Ziel für die Kostenkürzungen an - sie sollen im Vorjahresvergleich um 13 Prozent fallen.

Es ist unwahrscheinlich, dass irgendeiner der Rivalen von Exxon es über Nacht schafft, das Niveau der Kostenkontrolle des Giganten aus Texas zu erreichen. Aber da auch bei ihnen ein ernsthafter Umbau im Gange ist, könnte sich der Wettbewerb verdichten.

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