Ölmultis
BP erholt sich

Geht man nach den Zahlen von BP, scheint das Schlimmste für die großen Öl- und Gaskonzerne vorbei zu sein. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sanken die Einkünfte um knapp die Hälfte. Das ist besser als in den drei Monaten zuvor, zudem hatten Investoren Schlimmeres befürchtet. BP verdankt den Aufschwung zu gleichen Teilen seinem CEO Tony Hayward und dem gestiegenen Ölpreis.
  • 0

Geht man nach den Zahlen von BP, scheint das Schlimmste für die großen Öl- und Gaskonzerne vorbei zu sein. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sanken die Einkünfte um knapp die Hälfte. Das ist besser als in den drei Monaten zuvor, zudem hatten Investoren Schlimmeres befürchtet. BP verdankt den Aufschwung zu gleichen Teilen seinem CEO Tony Hayward und dem gestiegenen Ölpreis.

Alle Ölmultis hatten in diesem Jahr die Kosten gesenkt, wenige erzielten damit so große Erfolge wie BP. Für 2009 erwartet die Gruppe gesunkene Ausgabensenkungen von etwa vier Mrd. Dollar. Das sind 13 Prozent weniger als im letzten Jahr und mehr als das Ziel von drei Mrd. Dollar. Einige der Effizienzsteigerungen sind einzig dem schwachen Dollar zu verdanken, andere den Steuersenkungen in Q3 geschuldet. Mindesten 60 Prozent der Einsparungen sind wahrhaftig betriebsbedingt.

Auch verzeichnet BP Volumensteigerungen. Die Gruppe förderte im letzten Quartal mit seiner modernisierten Tiefseeplattform Thunderhorse im Golf von Mexiko sieben Prozent mehr Öl oder Vergleichbares, auch dank ausbleibender Hurrikans. Die Raffinier-Kapazitäten sind zurück auf dem Stand von 2005, vor der Explosion der Raffinerie in Texas City.

BP kann nun seine Bilanzen auch mit einem Ölpreis von unter 60 Dollar pro Barrel ausgleichen, weit weniger als die derzeitigen 79 Dollar. Zuletzt gelang BP eine Schuldensenkung um 800 Mio. Dollar in einem Quartal mit einem Durchschnitts-Ölpreis von 68 Dollar pro Barrel, aber gleichzeitig schwachen Gaspreisen und Raffiniermargen. Das sollte jegliche Zweifel an der Stabilität der Dividenden für dieses und nächstes Jahr aus der Welt räumen.

Die Aktien überflügelten im letzten Jahr Rivalen wie Royal Dutch Shell und preschten auch im Frühhandel des 27. Oktober mit vier Prozent Kursgewinn vor. Um weiterhin die Nase vorn zu haben, muss BP mit neuerlichen Einspar-Überraschungen aufwarten. Shell hat noch einige Großprojekte in der Pipeline und mittelfristige Wachstumsprognosen für BP sind nicht lupenrein. Für Hayward gibt es also noch viel zu tun.

Kommentare zu " Ölmultis: BP erholt sich"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%