Ölnutzungsgebühren
Das große Schröpfen

Der Schritt der US-Regierung, ihren Satz für die Nutzungs- und Lizenzgebühren bei Erdölprojekten zu erhöhen, hat den Beigeschmack der Geldbeschaffung à la Putin oder Chavez. Aber die Anhebung sollte niemanden von größeren Investitionen im US-Energiesektor abhalten. Die Sätze sind im Vergleich zu anderen Ländern immer noch relativ niedrig und sie gelten nicht rückwirkend.

Kann man denn heutzutage nirgendwo mehr in Ruhe nach Öl bohren? Das mögen sich viele Unternehmen der Branche gefragt haben, nachdem die US-Regierung angekündigt hat, ihren Satz für die Lizenz- und Nutzungsgebühren von Rohöl anzuheben. Aber die Erhöhung des Satzes in den USA, der nun um 50 Prozent über dem Vorjahr liegen wird, sollte die Investitionen in den großen Erdölfeldern im Golf von Mexiko nicht schmälern. Die Gebühren sind im Vergleich zu anderen Ländern immer noch niedrig und gelten nicht rückwirkend.

Von Enteignungen in Russland bis zu Gebührenerhöhungen in Algerien sind Energie-Verträge, die in gutem Glauben abgeschlossen worden waren, in der Luft zerrissen worden. Um diese kostspieligen politischen Risiken zu mindern, haben Erdölgesellschaften Milliarden in vermeintlich sicherere Gebiete wie Nordamerika investiert.

In der vergangenen Woche hatte schon die Regierung der ölreichen kanadischen Provinz Alberta die Branche mit der Nachricht schockiert, ihren Einnahmenanteil an den Erdölprojekten zu steigern. Von einem Tag auf den anderen gingen bei den Projekten dort nicht mehr 47 Prozent der Gewinne an die Regierung, sondern 64 Prozent. Und um allen Betreibern gegenüber “gerecht” zu sein, hat die Provinzregierung ihre Verträge gebrochen und alle Projekte gezwungen, die neue, höhere Rate zu zahlen.

Jetzt hat sich also die US-Regierung entschlossen, ihren Anteil in der Hauptförderregion des Landes im Golf von Mexiko anzuheben. Der Satz für die Lizenz- und Nutzungsgebühren bei neuen Projekten klettert auf 18,75 Prozent gegenüber 12,5 Prozent im vergangenen Jahr. Das tut zwar ein wenig weh, aber der Satz liegt bei weitem unter den Gebühren, die andere Länder für riskante Bohrungen vor der Küste erheben. Angola nimmt zum Beispiel 62 Prozent und Trinidad gar 75 Prozent, berichtet PVH van Meurs.

Selbst mit dieser neuen Erhöhung nimmt die US-Regierung den großen Erdölgesellschaften – außer Irland – den geringsten Teil am Gewinn weg. Und am allerwichtigsten: Sie hat sich an ihre Verträge gehalten. Der neue Satz gilt nur für neue Konzessionen und wird nicht auf die gesamte Branche angewendet. Das mag zwar nicht „gerecht“ sein, aber es unterstreicht, dass ein mit der US-Regierung unterzeichneter Vertrag auf jeden Fall erfüllt wird.

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