Ölpreisrekord
Air France enttäuscht zu einer schlechten Zeit

Air France-KLM: Air France KLM hat sich eine schlechte Zeit ausgesucht, um zu enttäuschen. Die Fluglinie kündigte Gewinne unterhalb der Erwartungen an, einen Tag, nachdem American-Airlines-Chef Gerard Arpey vor einem „Armageddon“ in der Luftfahrtbranche warnte.

Arpey zufolge ist die Branche einfach nicht in der Lage, mit Ölpreisen von 125 US-Dollar pro Fass umzugehen, wenn gleichzeitig die Volkswirtschaften im Gleichklang schwächeln. Der Schwindel erregende Preisanstieg droht die Gewinne der weltgrößten Fluglinien wegzuwischen. Die Aktienkurse gingen in den Keller, Air France kommt auf einen Abschlag von neun Prozent.

Das große Problem der Fluggesellschaften ist, dass sie ihre Treibstoffkosten nicht an die Passagiere werden weitergeben können. Treibstoffzuschläge haben bislang bemerkenswert gut funktioniert, doch die Treibstoffpreise explodieren. Die laufenden Versuche, für Gepäck oder Fenstersitze mehr zu kassieren, sind eine Beleidigung. Verbraucher werden erkennen, dass die Kosten des Fliegens viel höher sind, und einige werden nicht mehr fliegen. Aus diesem Grund verringern American Airlines und - in gewissem Umfang - auch British Airways ihre Kapazitäten.

Air France ist in einer besseren Position, um die Treibstoffpreise abzufedern, zumindest in diesem Jahr. 75 Prozent des Treibstoffbedarfs wurde zum Preis von 60 US-Dollar pro Fass abgesichert. Trotzdem wird der Gewinn in diesem Jahr um 30 Prozent zurückgehen, wenn man einen Ölpreis von 120 US-Dollar unterstellt. Zum aktuellen Preisniveau von 135 US-Dollar pro Fass sieht es noch schlechter aus. Investors sind zudem verunsichert, weil Air France im letzten Quartal des Jahres einen Verlust einflog, während BA und Lufthansa Rekordgewinne machten. Dass Rückstellungen von 530 Millionen Euro gebildet wurden, um mögliche Strafen wegen des Vorwurfs der Preisabsprache abzudecken, hilft auch nicht.

Um sich vor steigenden Ölpreisen zu schützen, können Fluglinien realistischerweise nur zwei Hebel ansetzen. Der eine besteht in Kapazitätssenkungen, der andere in Kosteneinsparungen. Air France erklärt, dass die Fusion mit KLM mehr Spielraum bringt, um den Gürtel enger zu schnallen. Doch ähnlich wie die Wettbewerber sollte das Unternehmen auch über eine Verkleinerung des Flugplans nachdenken. Wenigstens steht Air France wegen Verzögerungen im nächsten Jahr nicht die Auslieferung des Airbus A380 ins Haus. Kurzfristig wird ein Kapazitätsabbau den Umsatz beeinträchtigen. Doch wenn man davon ausgeht, dass der Ölpreis hoch bleibt, ist dies auf lange Sicht für die Branche der einzige Weg, noch auf das Geld verdienen hoffen zu können.

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