Opel
In einem idealen Europa wäre Opel Pleite

Noch fährt Bundeskanzlerin Merkel bei Opel einen harten Kurs: Keine staatliche Beteiligung an dem angeschlagenen Autobauer, dafür aber Kreditgarantien für einen möglichen Privatinvestor. Wenn sich jedoch keiner findet, schwinden Merkels Optionen.
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Das G2-Treffen zwischen Angela Merkel und Barack Obama während des G20-Gipfels war sicher inhaltsschwer: Die Misere von General Motors (GM) bereitet sowohl der deutschen Bundeskanzlerin als auch dem US-Präsidenten große Sorgen. Opel, der angeschlagene Autobauer im Zentrum des GM-Gefüges in Europa, ist in Deutschland bereits zu einem bestimmenden Wahlkampfthema aufgestiegen. Merkel hat sich bisher den Forderungen der Sozialdemokraten - gleichermaßen Koalitionspartner und Gegner im Wahlkampf - widersetzt, Opel Geld nachzuwerfen.

GM Europe, zu dem auch die britische Vauxhall gehört, hat bei verschiedenen Regierungen um drei Mrd. Euro ersucht, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Im Gegenzug ist GM bereit, auf die Mehrheitskontrolle dieses Bereichs zu verzichten.

Aber selbst wenn Opel nominell unabhängig wäre, könnte sich der Autoproduzent nicht allzu weit von GM wegbewegen. Die Muttergesellschaft braucht die Expertise der Deutschen bei kleineren und Kraftstoff sparenden Autos. Der Europa-Bereich wiederum ist von den Patenten und dem Produktionsumfang von GM abhängig.

In einem idealen Europa würde man Opel Pleite gehen lassen. Dies könnte die wirksamste Rettungsaktion für die Autoindustrie der Region sein. Wenn Opel von der Bildfläche verschwunden wäre, gäbe es in Europa auch keine Überkapazitäten mehr. Die Wettbewerber hätten mehr Luft zum Atmen.

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