Oracle
Eier, Milch und Brot

Und schon wieder hat Oracle einen Eintrag weniger auf ihrer Einkaufsliste. Vor drei Jahren war ein internes Dokument der Software-Gruppe vor Gericht aufgetaucht. Darauf fanden sich acht Konkurrenten, die Oracle übernehmen wollte. Drei haben ihre Unabhängigkeit bereits eingebüßt. Eine weitere Gesellschaft auf der Liste ist gerade vom Erzrivalen SAP gekauft worden. Und jetzt bietet Oracle für BEA Systems.

Und schon wieder hat Oracle einen Eintrag weniger auf ihrer Einkaufsliste. Vor drei Jahren war ein internes Dokument der Software-Gruppe vor Gericht aufgetaucht. Darauf fanden sich acht Konkurrenten, die Oracle übernehmen wollte. Drei haben ihre Unabhängigkeit bereits eingebüßt. Eine weitere Gesellschaft auf der Liste, Business Objects, ist gerade in der vergangenen Woche vom Erzrivalen SAP gekauft worden. Und jetzt bietet Oracle 6,7 Mrd. Dollar für BEA Systems.

Oracle hat gezeigt, dass sich Software-Akquisitionen auszahlen können. Das Unternehmen hat in den vergangenen drei Jahren mehr als 35 Unternehmenskäufe durchgezogen und damit seine Gewinne und den Aktienkurs nachhaltig gesteigert. Zum gebotenen Preis würde Oracle rund 5,7 Mrd. Dollar für den Hersteller von Unternehmenssoftware zahlen, nachdem die Barmittel in den Büchern von BEA berücksichtig worden sind. Wenn die Verwaltungskosten halbiert werden und der Bereich Forschung und Entwicklung unberührt bleibt, entstünden Synergien von knapp 300 Mill. Dollar. BEA dürfte nach Analystenschätzungen in diesem Jahr einen Betriebsgewinn in vergleichbarer Höhe ausweisen. Alles in allem erzielt Oracle damit eine Anlagenrendite von etwa sieben Prozent - was möglicherweise den Finanzierungskosten der Offerte entspricht. Rechnet man noch den zusätzlichen Umsatz dazu, der den Konkurrenten aufgrund der wachsenden Schlagkraft von Oracle verloren geht, dann sieht die potenzielle Rendite noch attraktiver aus.

Natürlich muss Oracle sein unerwünschtes Angebot möglicherweise erhöhen. Die BEA-Aktien werden jetzt schon um sieben Prozent über der Oracle-Offerte von 17 Dollar je Aktie gehandelt. Mehrere Unternehmen, wie etwa IBM und SAP, könnten Interesse daran haben, die Pläne von Oracle zu durchkreuzen - auch wenn SAP mit Business Objects beschäftigt ist, ihrer ersten großen M&A-Transaktion überhaupt. Auf jeden Fall scheinen die Tage der Eigenständigkeit für BEA gezählt.

Dasselbe trifft auf alle anderen Unternehmen zu, die auf der Einkaufsliste von Oracle stehen. Nur drei Übernahmeziele - Cerner, Lawson und Sybase - sind noch unabhängig. Da jetzt aber der aktivistische Fondsmanager Sandell Asset Management die Führungsriege von Sybase zu einem Verkauf drängt, wird die Liste aller Wahrscheinlichkeit nach weiter schrumpfen.

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