„Pay to play“-Korruptionsskandal
Hut ab vor Andrew Cuomo

Carlyle wurde bei dem New Yorker “Pay to play”-Korruptionsskandal kein Fehlverhalten vorgeworfen. Trotzdem hat die Beteiligungsgesellschaft eingewilligt, 20 Mill. Dollar zu zahlen und hat sich zu einem neuen Verhaltenskodex verpflichtet. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo könnte das Geschäftsgebaren einer Branche so umkrempeln wie sein Vorgänger Eliot Spitzer dies getan hat.
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Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo musste der Carlyle Group einfach nachstellen. Die Beteiligungsgesellschaft gehörte bei dem "Pay to play"-Korruptionsskandal um den staatlichen New Yorker Pensionsfonds zwar nicht zu den Beschuldigten. Dennoch zahlt die Firma 20 Mill. Dollar - und hat dem Einsatz von Mittelsmännern abgeschworen, wenn sie sich um Investitionen öffentlicher Fonds bemüht. Cuomo hat mit seinen Aufräumarbeiten in New York haben gerade erst begonnen.

Seine Ermittlungen haben erwiesene und angebliche korrupte Vorgehensweisen von Platzierungsmittlern ans Tageslicht befördert, die im Auftrag von Unternehmen wie Carlyle gehandelt haben. Verschiedene Mittelsmänner, darunter Hank Morris, ein politischer Berater aus New York, der mit einer Platzierungsfirma namens Searle in Verbindung steht, sollen Schmiergelder an Angestellte von Pensionsfonds gezahlt haben, um für spezifische Firmen Investitionen zu beschaffen - wofür sie wiederum ein Honorar erhielten.

Carlyle behauptet, ein Opfer angeblicher korrupter Verhaltensweisen geworden zu sein, von denen sie nichts wusste. Die Firma will nun wiederum Searle und Morris verklagen, um den Großteil ihres Geldes zurückzubekommen. Es überrascht allerdings kaum, dass Cuomo in die Fußstapfen seines Vorgängers Eliot Spitzer getreten ist und Jagd nach dem Geld gemacht hat. Wichtiger noch ist allerdings, dass sein Manöver mit Carlyle in abgeschwächter Spitzer-Manier, auch wenn kein Aufsehen erregender Prozess mit einem milliardenschweren Vergleich stattfand, dazu angetan ist, das Geschäftsgebaren von Private Equity-Firmen und Managern öffentlicher Pensionsfonds in ganz Amerika zu verändern.

Der neue Verhaltenskodex, zu dem sich Carlyle verpflichtet hat, verbietet den Einsatz von Platzierungsagenten und schränkt politische Zuwendungen oder andere Beziehungen mit öffentlichen Pensionsfonds ein, deren Investitionen man anstrebt. Carlyle hat sich relativ billig aus einer peinlichen Situation befreit. Allerdings könnte dies schon teurer aussehen, wenn andere US-Bundesstaaten sich diesem Beispiel anschließen. Aber das eigentliche Resultat für Cuomo besteht darin, dass er damit begonnen hat, einer fragwürdigen Praxis ein Ende zu setzen, die immer weiter um sich gegriffen hat.

Andere Buyout-Firmen laufen Gefahr, keine neuen Gelder von Pensionsfonds zu ergattern, wenn sie nicht gleichermaßen den Verhaltenskodex unterschreiben, ob ihre Namen nun mit den "Pay to play"-Fällen in New York und anderswo in Zusammenhang gebracht worden sind oder nicht. Und andere US-Bundesstaaten werden zwangsläufig dem Beispiel Cuomos folgen müssen.

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