Pensionfonds
Beteiligungsgesellschaften suchen Schnäppchen

Beteiligungsgesellschaften nehmen Kapital auf, um saftige Versicherungs-, Pensionskassen- und Vermögensverwaltungs-Leckerbissen einzusammeln. Kapital ist also wieder vorhanden und die Saison der Schnäppchenjäger eröffnet. Die privaten Investoren können den Pensionsfonds allerdings nur begrenzt dabei helfen, ihre Versprechen zu erfüllen.

Die Schnäppchenjagd ist eröffnet. Ein Gewirr von britischen Buyout-Gesellschaften sammelt Kapital ein, um Vermögenswerte einzukaufen. Ihre Aktivitäten zeigen, in welcher Notlage sich die Branche befindet. Sie zeigen auch, dass Kapital zumindest teilweise vorhanden ist. Aber die Jagd nach den schmackhaftesten Bissen wird nur begrenzte Auswirkungen haben. Die Pensionskassen werden weiter kämpfen müssen, um ihre Versprechen zu erfüllen.

Pension Corporation nimmt Kapital in Höhe von 350 bis 400 Millionen britischen Pfund auf, um die eingegangenen Rentenverpflichtungen abzusichern. Resolution Ltd., die Investmentgesellschaft des britischen Unternehmers Clive Cowdery, sucht 500 Millionen bis eine Milliarde Pfund, um Finanzaktiva aufzukaufen - von Lebensversicherungen bis hin zu Banken.

Die Krise hat vor allem die Pensionskassen geschwächt. Die Kurse aller Vermögenswerte, in die sie investieren - Anleihen, Aktien, Immobilien, alternative Anlageformen -, sind in diesem Jahr eingebrochen. Viele Unternehmen, deren Angestellte über die Kassen abgesichert sind, haben nicht das Geld, noch einmal nachzulegen. Und langfristig bleibt auch noch die Herausforderung, mit einer möglicherweise unerwartet steigenden Lebenserwartung fertigzuwerden.

Alles in allem haben diese Faktoren zu einem Gesamtdefizit von 140 Milliarden Pfund bei den FTSE350-Unternehmen geführt. Die Vorstellung, zusätzliche Mittel in die Pensionsabsicherung stecken zu müssen, und heftig schwankende Vermögenswerte in den Bilanzen haben bei vielen Unternehmen den Wunsch wachgerufen, die Verantwortung für die unsicheren Verpflichtungen in andere Hände zu legen.

Und hier kommen die Lumpensammler der Finanzwirtschaft ins Spiel. Mit relativ kleinen Kapitalsummen lässt sich hier schon eine Menge bewirken. Pension Corporation muss nur die festgelegte Kapitalsumme einzahlen - die Mindestsumme, die die Aufsichtsbehörden verlangen, um einen Pensionsfonds ins Leben zu rufen. Es könnte sich für ein Unternehmen auch lohnen, eine Einmalzahlung an den Pensionsfonds zu leisten, wenn dadurch ein Dritter interessiert wird, den Fonds zu übernehmen.

Der Einbruch der Investmentwerte lastet auf den Sach- und Lebensversicherern genauso wie auf den Vermögensverwaltungen. Für Resolution ist er das Lebenselixir. Der besondere Kick besteht darin, dass die Aktionäre von Resolution und die Aktionäre der Finanzkonglomerate, auf die Resolution ein Auge geworfen hat, sich teilweise überlappen. Durch eine Investition in Resolution, die dazu beiträgt, die Konglomerate zu entflechten, transferieren die Aktionäre ihre Beteiligungen sehr effektiv von einem Investmentvehikel zu einem anderen.

Aber mit der Schnäppchenjagd allein können die weitreichenden Probleme des Finanzsektors noch nicht einmal ansatzweise gelöst werden. So entsprechen die Verbindlichkeiten aus den britischen Pensionsfonds dem Zweifachen der Staatsverschuldung. Wenn sich die Märkte nicht schnell erholen, ist es wahrscheinlicher, dass die Renten "flexibilisiert" werden - im Klartext, die Rentner mit weniger Geld auskommen müssen.

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