Pleitebanken
CIT + Lehman = Rettung

Die US-Regierung hat entschieden, dem Mittelstandsfinanzierer kein Rettungsboot zu schicken. Damit verdammt man das Unternehmen zum selben Bankrottschicksal, das die US-Investmentbank Lehman erlitt. Dabei hätte alles ganz anders kommen können – wenn die beiden Institute 2002 tatsächlich fusioniert hätten.

Die US-Regierung hat entschieden, dass in ihrem Rettungsboot kein Platz ist für den ertrinkenden Mittelstandsfinanzierer CIT. Weil dem Unternehmen mit Aktiva von 76 Milliarden US-Dollar das Geld ausgeht und es die Kreditmärkte nicht anzapfen kann, droht es zu Lehman Brothers in das nasse Grab untergegangener Finanzdienstleister zu sinken. Der Kurs der CIT-Aktien tendiert gegen Null, und die Absicherungskosten gegenüber Ausfällen sind unerreichbar hoch.

Die Ironie liegt darin, dass sowohl Lehman als auch CIT noch am Leben sein könnten, wenn Lehman Gespräche über einen CIT-Erwerb im Jahr 2002 abgeschlossen hätte. Damals bot man Tyco fünf Milliarden US-Dollar für den Mittelstandsfinanzierer, bevor man kalte Füße bekam.

Aus einer Fusion von Lehman und CIT wäre ein ziemlicher Sauhaufen entstanden. Wenn man zwei übermäßig fremdfinanzierte Firmen kombiniert, deren Bücher mit lausigen Krediten gefüllt sind, ist das Ergebnis normalerweise ein noch größeres Chaos. Eine Fusion hätte aber zwei Firmen, die als zu klein für eine Rettung betrachtet werden, in eine große Firma verwandelt, die die Regierung kaum hätte scheitern lassen können.

CIT geriet in Schwierigkeiten, weil man bei zweitklassigen Hypotheken und Studentenkrediten expandierte. Lehman war in beiden Bereichen engagiert, dazu auch bei Gewerbeimmobilien, und wollte größer werden. Die Synergien aus einer Kombination beider Firmen hätten wohl ein Schwergewicht in Sachen mieser Kreditvergabe geschaffen, das groß genug gewesen wäre, um für einen Platz im staatlichen Rettungsboot auserwählt zu werden.

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