PPR
Einer ist erledigt

Wenn sich willige Käufer finden, wird ihnen PPR sein auf Afrika ausgerichtetes Handelsgeschäft CFOA verkaufen. Ein Börsengang dieses Bereichs würde dem Einzelhandels- und Luxusgütermischkonzern dabei helfen, seine drückende Schuldenlast zu verringern und sich auf die Kerngeschäfte zu konzentrieren. Und die PPR-Aktien könnten vielleicht sogar teilweise ihren Konglomeratsabschlag abschütteln.
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Es geht doch nichts über eine ausgeprägte Flaute, um sich mal richtig zu konzentrieren. Der Einzelhandels- und Luxusgütermischkonzern PPR hat sich endlich dazu durchgerungen, sich von seinem Handelsgeschäft CFAO zu trennen. Der Bereich hatte sich im PPR-Teich der Luxusmarken und nicht ganz so schillernden Namen von Gucci bis Puma wie das hässliche Entchen ausgenommen. Aber CFAO gehörte lange zu den zuverlässigen Geldbringern. Und die Pinault-Familie, die die Mehrheit an dem Konglomerat hält, schien der ältesten Abteilung der Gruppe eine Art sentimentaler Verbundenheit entgegenzubringen.

Wie alle auf Verbrauchsgüter ausgerichteten Unternehmen hat auch PPR die Wirtschaftsflaute getroffen. Aber die Widerstandskraft ihres Aushängeschilds Gucci und ein tief greifendes Kostenkürzungsprogramm haben den Schaden eingedämmt. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) fiel in der ersten Geschäftsjahreshälfte nur um 1,8 Prozent bei einem Umsatzrückgang um vier Prozent. Aber CFAO, die hauptsächlich Autos und Pharmaprodukte nach Afrika importiert, hat dazu nichts beigetragen. Die Betriebsgewinne des Bereichs sanken um mehr als zehn Prozent.

Francois-Henri Pinault, der Chef und Verwaltungsratsvorsitzende von PPR, könnte es vielleicht bedauern, dass er mit dem Verkauf von CFAO so lange gewartet hat, die früher üblicherweise etwa 15 Prozent sowohl der Gewinne als auch des Umsatzes der Gruppe beigesteuert hatte. PPR hat informell einige Angebote für den Bereich geprüft. Aber da es in den vergangenen Monaten nicht einfach war, eine Finanzierung auf die Beine zu stellen, konnte kein Käufer aus der Branche mit einem Preis aufwarten, den der Verkäufer zu akzeptieren bereit war.

So werden die Pinaults diejenigen sein, die die Lage für die erste größere Erstemission auf dem französischen Markt seit mehr als zwei Jahren sondieren. CFAO dürfte in einer Spanne von 1,6 Mrd. bis zwei Mrd. Euro bewertet werden. PPR ist nach eigenen Angaben bereit, einen Mehrheitsanteil zu verkaufen, wenn die Märkte mitspielen.

Ein erfolgreicher Börsengang wird dazu beitragen, dass der Mischkonzern seinen Verschuldungsgrad abbauen kann. Die Gruppe behauptet zwar, mit Verbindlichkeiten von mehr als dem Dreifachen des Ebitda umgehen zu können, doch einige Investoren sind dennoch nervös. Erlöse von rund einer Mrd. Euro würden das Vielfache auf 2,7 absenken, was eher kontrollierbar wäre.

Eine Erstemission von CFAO wäre vermutlich nur ein erster Schritt. Es schwimmen noch andere hässliche Entchen im Teich von PPR herum: Conforama, ein Einrichtungshaus für den Massenmarkt, und Fnac, ein Buch- und Musikhändler, dem das Geschäftsmodell abhanden zu kommen droht. Dem Gang an die Börse dürften sie sich zwar nicht anschließen, aber lange werden auch sie vermutlich nicht mehr zu der Gruppe gehören.

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